Jahresgespräch der IHK Nord Westfalen
„Münsterland ist eine Region der Gewinner“

Münster -

Der milde Winter und die bessere Konjunktur in Europa sowie den USA haben die Wirtschaft im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region im ersten Quartal beflügelt. Damit setzt sich der ökonomische Erfolg der Region fort.

Mittwoch, 30.04.2014, 16:04 Uhr

Dr. Benedikt Hüffer , Präsident der Industrie und Handelskammer ( IHK ) Nord Westfalen , blickte am Mittwoch bei der IHK-Jahrespressekonferenz auch auf die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre: Seit 2005 sei die Zahl der Arbeitsplätze im IHK-Bezirk um zwölf Prozent auf über 800 000 gewachsen. „Besonders das Münsterland ist eine Region der Gewinner“, sagte Hüffer, denn dort sei die Stellenzahl sogar um 15 Prozent auf 550 000 gewachsen. „Dies ist vor allem dem Mittelstand zuzuschreiben“, stellte der IHK-Präsident klar. Insbesondere die Familienunternehmen seien das Zugpferd der Region, zumindest im Münsterland.

Doch für den wirtschaftlichen Aufschwung gibt es Risiken: „Eines davon ist die Ukraine-Krise“, betonte Hüffer. 300 Unternehmen aus der Region machten regelmäßig Geschäfte mit Russland, der Warenexport dorthin erreiche rund 500 Millionen € . „Das Thema Sanktionen sollte deshalb klein gehalten werden“, forderte Hüffer, räumte jedoch ein, dass ein Nichtstun der Politik in dem Konflikt nicht zur Debatte stehe. Russland habe aber selbst in der Hand, dass es nicht zu Sanktionen komme.

Trotz der Ukraine-Krise gehe es der Wirtschaft aber gut. „Doch bekanntlich macht man die schlimmsten Fehler gerade dann, wenn es einem gut geht“, warnte der IHK-Präsident. So sähen etwa die Unternehmen der Region wegen der Energiewende die Verlässlichkeit der Energieversorgung und wettbewerbsfähige Energiekosten als Konjunkturrisiko Nummer eins. Allerdings lobte Hüffer ausdrücklich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel , der bei der EU die Beibehaltung von Ausnahmeregelungen für deutsche Industrieunternehmen durchgesetzt habe.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel, der im Münsterland teilweise schon erheblich spürbar sei, kritisierte Hüffer die Bildungspolitik, die zu einer Studierenden-Quote von inzwischen 50 Prozent eines Jahrgangs geführt habe. Die Wirtschaft brauche noch mehr als früher genügend Mitarbeiter, die im Betrieb ausgebildet wurden. „Diese Fehlsteuerung der Jugendlichen ist ein hausgemachtes Problem der Bildungsforscher und der Politik“, betonte der IHK-Präsident. Selbst der Wissenschaftsrat, der sonst nur Hochschulen im Fokus habe, habe für eine Gleichstellung beruflicher Bildung zur Hochschulbildung plädiert, so Hüffer.

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