Provinzial-Vorstand
Überraschende Wende: Ulrich Rüther soll gehen

Münster -

Die Ruhe währte nur wenige Monate: Nach dem gescheiterten Verkaufsversuch an die Allianz und den abgebrochenen Fusionsgesprächen mit der rheinischen Provinzial ist wieder Feuer unter dem Dach des münsterischen Provinzial-Nordwest-Konzerns. Drei Vorstände wackeln.

Mittwoch, 21.05.2014, 09:05 Uhr

Ulrich Rüther, Vorstandsvorsitzender der Provinzial-Nordwest, soll – wie zwei weitere Vorstandsmitglieder – den Konzern verlassen.
Ulrich Rüther, Vorstandsvorsitzender der Provinzial-Nordwest, soll – wie zwei weitere Vorstandsmitglieder – den Konzern verlassen. Foto: dpa

Nach Informationen unserer Zeitung sollen auf Betreiben der Eigentümer sowohl der Vorstandsvorsitzende Ulrich Rüther als auch Finanzvorstand Ulrich Lüxmann-Ellinghaus und Personalvorstand Gerd Borggrebe das Unternehmen verlassen.

Noch vor wenigen Monaten galt eine Vertragsverlängerung Rüthers als ausgemacht; sowohl der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als auch die westfälisch-lippischen Sparkassen, denen jeweils 40 Prozent an der Provinzial gehören, hatten Zustimmung signalisiert, zumal Rüther für das Geschäftsjahr 2012 mit einem Rekordergebnis aufwarten konnte.

Zwischen Rüther und den Sparkassen soll es aber aktuell einen schwerwiegenden Dissens geben: Rüther widersetzt sich offenbar der Forderung insbesondere der großen Sparkassen nach Übertragung von Versicherten-Beständen. Kritik gibt es auch daran, dass es Rüther und Personalvorstand Borggrebe offenbar nicht gelingt, den Personalrat der Provinzial von der Notwendigkeit eines einschneidenden Sparkurses zu überzeugen.

Drastische Einsparziele

Die Sparkassen sehen die Zukunft der Provinzial mit großen Risiken behaftet und wollten sich 2012 durch einen Verkauf an die Allianz von dem Versicherer trennen. Seinerzeit betrieb der mächtige westfälisch-lippische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach diesen Verkaufsprozess, belegte nach dem Scheitern von Verkauf und Fusion das Unternehmen mit drastischen Einsparzielen. An deren Erreichung scheinen die Sparkassen offenbar nicht mehr zu glauben.

Finanzvorstand Lüxmann-Ellinghaus werden dem Vernehmen nach größere Pro­bleme insbesondere beim Management des Immobilien-Vermögens des Versicherungskonzerns vorgeworfen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2464204?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F2575618%2F2575619%2F
„Erster Platz im Aussitzen von Problemen“
Die bis heute fehlende Milieuschutzsatzung sorgte für Streit im Rat. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem das Hansa- und Hafenviertel.
Nachrichten-Ticker