Investoren aus Ibbenbüren
Drama um Industriedenkmal

Ibbenbüren/Wilhelmshaven -

Wilhelmshaven, oben im Norden. Weit weg. Dort spielt sich ein Drama um ein Industriedenkmal namens „Südzentrale“ ab: Eine Investorengruppe von zehn Geschäftsleuten aus Ibbenbüren lässt das das Stadtbild prägende Gebäude derzeit abbrechen.

Donnerstag, 28.08.2014, 18:08 Uhr

Schon lange tobt ein überaus engagiert geführter Streit in der Marinestadt um die seit 20 Jahren leer stehende „ Südzentrale “. Eine breite Bürgerbewegung, ein Verein mit Hunderten von Mitgliedern, Demonstrationen, Unterschriftenlisten, ein eigens produzierter Kino-Film und auch der deutliche Einsatz die Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten es nicht verhindern: Für das 1908 gebaute Kohlekraftwerk aus Kaiser Wilhelms Zeiten schlägt das letzte Stündchen.

Bagger – die Abbruchfirma kommt auch aus Ibbenbüren – haben angefangen, das über 16 000 Quadratmeter große Gelände zu räumen. Vor 15 Jahren hatte die BGI Unternehmens- und Immobilienbeteiligungs GmbH um den Ibbenbürener Geschäftsmann Josef Brickwedde (63) das Areal erworben. Weil aber nach so langer Zeit der weitere Erhalt des Denkmals den Eigentümern wirtschaftlich nicht länger zumutbar ist, wurde eine Abbruchgenehmigung erteilt. Auch Sicherheitsaspekte spielen eine Rolle: Die „Südzentrale“ ist verfallen und einsturzgefährdet. „Das Gebäude ist wunderschön, ein Top-Objekt“, äußerte sich Geschäftsführer Brickwedde gegenüber unserer Zeitung.

Aber obwohl man „engagiert an das Projekt herangegangen ist und viel Geld in Pläne investiert worden sind“, konnte eine neue Nutzung nicht realisiert werden. „Man kriegt das nicht finanziert“, sagte Brickwedde. Und die Stadt Wilhelmshaven kann (und will) kein Geld für den Erhalt des Denkmals aufbringen. „Wir werden in den nächsten Tagen weiter nach Plan abreißen“, kündigte Brickwedde an.

Er besiegelt damit wohl das Schicksal dieses laut Stiftung Denkmalschutz „in Deutschland einzigartigen Industriedenkmals “. Das Gelände in Top-Lage direkt an der Maritimen Meile in Wilhelmshaven soll eingeebnet und für eine künftige Gewerbenutzung hergerichtet werden. Josef Brickwedde sieht „gute Chancen für eine Entwicklung an dieser Stelle.“

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