Geändertes Freizeitverhalten
Das große Disco-Sterben

Ibbenbüren -

Die Fußball-WM, das Internet und ein verändertes Ausgehverhalten: Die Diskothekenbranche steckt in der Krise und sucht Auswege. In Ibbenbüren will die Branche überlegen, wie es weitergehen kann.

Dienstag, 09.09.2014, 09:09 Uhr

 „Viele Diskotheken haben schon geschlossen“, sagt Stefan Heckhuis . Er ist Messeleiter der „Disco Contact“, die am 14. Oktober in Ibbenbüren stattfindet. Der Branchentreff will der Frage nachgehen, „wie es weitergeht“. Nach einem „katastrophalen Sommer“, so Heck­huis, sei die Szene auf der Suche nach Antworten. Sicher ist, dass die Zahl der großen Tanztempel kontinuierlich zurückgeht. Laut Statistischem Bundesamt sinkt sie seit Jahren und kratzt momentan bundesweit an der 2000er-Marke.

Nicht nur, dass sich das Ausgehverhalten der Menschen verändert hat, die Fußball-Weltmeisterschaft und zahlreiche Festivals haben vielen Betreibern in diesem Jahr die Bilanz verhagelt. Nicht wenige Diskothekenbesitzer hätten ihre Clubs im Sommer temporär geschlossen, da sich der Betrieb nicht gelohnt habe.

„Viele denken darüber nach, ihre Diskotheken umzustrukturieren“, sagt Heckhuis und nennt den Präsidenten des Diskothekenverbandes (BDT), Ulrich Weber, als Beispiel. Der hat seine Großraumdiskothek in Moers zur Sportsbar umgebaut und will dort einen Treffpunkt für Freunde und Familien schaffen. Heckhuis: „Die Tagesgastronomie ist im Aufwind, dort wird auch Geld verdient.“ So stieg die Zahl der Cafés in Deutschland laut einer aktuellen Statistik seit 2008 von 10 321 auf 11 043 in 2012.

Konkurrenz durch Festivals

Weitere Gründe für die Disco-Krise: „Festivals und Konzerte sprießen aus dem Boden. Dort zahlen die Veranstalter nur sieben Prozent Mehrwertsteuer auf den Eintrittspreis, weil diese Veranstaltungen unter den Kulturbegriff fallen. Bei den Diskotheken sind es 19 Prozent“, sagt Heckhuis.

Und dann ist da noch das Internet: „Die Leute lernen sich heute im Netz kennen. Vor zehn Jahren sind sie dazu in die Disco gegangen.“

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