Polizisten heben ab
Immer auf der Suche: Die Piloten der Polizei-Hubschrauberstaffel

Greven/Dortmund -

Es war neulich in Greven, aber es kommt immer wieder vor: Plötzlich steht die halbe Bevölkerung am Fenster und schaut, was da los ist. Denn über der Innenstadt kreist an jenem Abend dröhnend ein Hubschrauber der Polizei . Wo kommt er her, was macht er dort am spätsommerlichen Abendhimmel?

Montag, 13.10.2014, 14:10 Uhr

Was über deutschen Dächern stets zum Spektakel wird, ist für Pascal Payerle Alltag. Der 35-Jährige ist Einsatzpilot bei der Hubschrauberstaffel der NRW-Polizei. Er greift immer dann zum Steuerknüppel, wenn die rechte Übersicht nötig ist. Payerle ist ein Polizist, der abhebt.

Die Hubschrauberstaffel der NRW-Polizei

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  • Pascal Payerle, Einsatzpilot bei der Flugeinsatzgruppe Dortmund der Fliegerstaffel der NRW-Polizei, auf dem Flughafen Dortmund in einem Hubschrauber vom Typ BK117.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pascal Payerle, Einsatzpilot bei der Flugeinsatzgruppe Dortmund der Fliegerstaffel der NRW-Polizei, auf dem Flughafen Dortmund vor einem Hubschrauber vom Typ BK117.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizeikommissar Andreas Lehmkuhl demonstriert am Mittwoch (03.09.2003) auf dem Dortmunder Flughafen mit einem Nachtsichtgerät vor den Augen an einen Polizeihubschrauber vom Typ BK 117 eine Wärmebild-Kamera.

    Foto: dpa
  • Im Einsatz: Ein Hubschrauber der NRW-Polizei über Greven.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pascal Payerle, Einsatzpilot bei der Flugeinsatzgruppe Dortmund der Fliegerstaffel der NRW-Polizei, auf dem Flughafen Dortmund vor einem Hubschrauber vom Typ BK117.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Einsatz: Ein Hubschrauber der NRW-Polizei über Greven.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Einsatz: Ein Hubschrauber der NRW-Polizei über Greven.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (l, SPD) und Polizei-Hubschrauberpilot Frank Burre stehen am 27.09.2012 bei der Polizeifliegerstaffel in Düsseldorf vor dem Polizeihubschrauber "BK 117 B2". Der Minister feiert mit der Polizeifliegerstaffel Nordrhein-Westfalen deren 50-jähriges Bestehen.

    Foto: dpa

In seiner Dienststelle am Rande des Dortmunder Flughafens klappt der „Berufshubschrauberführer“, wie es offiziell heißt, einen Laptop auf und klickt kurze Filme an. Gedreht wurden sie mit der hochempfindlichen Bordkamera. Selbst nachts ist sie dank Wärmebildtechnik eine große Hilfe. Und so sieht man in einer Szene einen Flüchtigen, der sich in einem Wald in Sicherheit wähnt. Er weiß nicht, dass die fliegenden Beamten ihn längst im Visier haben. Per Funk dirigieren sie ihre Kollegen am Boden durchs Dickicht, bis sie – per Wärmebildkamera deutlich zu sehen – den Gesuchten mit gezückter Waffe festnehmen. Mission erfüllt. Die Wärmebildkamera liefert beeindruckende Bilder, auf denen selbst warme Motorhauben und heiße Bremsen deutlich zu identifizieren sind. Und wenn unten die Handschellen klicken, freuen sich hoch oben auch die fliegenden Kollegen.

Pascal Payerle ist nicht immer in die Luft gegangen. Voraussetzung für seinen heutigen Beruf sind eine solide Polizeiausbildung und mindestens drei Jahre Dienst am Boden. Doch den Hubschrauber hatte er immer im Blick, die Faszination des Fliegens hatte ihn früh gepackt. Als zum passenden Zeitpunkt eine passende Stelle frei wurde, bewarb er sich und setzte sich gegen 50 Konkurrenten durch.

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Im Einsatz: Ein Hubschrauber der Polizei am Himmel über Greven. Foto: Gunnar A. Pier

Jetzt ist der Kleine-Jungen-Traum sein Berufsalltag. Abheben, fliegen, nicht langweilige Langstrecke, sondern stets auf der Suche. Neun Stunden dauern die Schichten, die Hubschrauberstaffel der NRW-Polizei ist rund um die Uhr im Einsatz. Dafür sorgen die Standorte in Düsseldorf und Dortmund gemeinsam. Wenn ein Alarm kommt, hebt ein Hubschrauber im besten Falls innerhalb von drei Minuten ab.

Oft helfen die fliegenden Cops bei der Suche nach Verbrechern, die durchs Unterholz flüchten, oder verirrten Senioren . Manchmal aber lösen sie auch Polizeiautos bei Verfolgungsjagden ab. „Unsere Waffe: Wir fliegen keine Kurven, haben keine Ampeln, keinen Verkehr“, sagt Pilot Payerle. So bleibt der Helikopter mit Tempo 220 auch dann noch dran, wenn unten jemand so richtig aufs Gas tritt.

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Modernste Technik: An den Polizei-Hubschraubern hängt eine Wärmebildkamera. Foto: dpa

Die Hubschrauber haben eine beeindruckende Technik an Bord. Beispiel: Suchscheinwerfer. Er lässt sich auf Infrarotlicht umschalten. So wähnte sich schon so mancher Gesuchte am Boden unentdeckt, weil er gar nicht merkte, dass die Piloten ihn mit Infrarotlicht und Spezialbrillen längst im Blick hatten. Wenn die Kollegen am Boden vor Ort sind, schaltet die Hubschrauberbesatzung den Scheinwerfer auf richtiges Licht um. „Dann ist es unten taghell“, sagt Pascal Payerle.

Den Scheinwerfer haben die fliegenden Beamten bei ihrem lautstarken Einsatz in Greven nicht benötigt: Sie wurden nicht fündig. Autofahrer hatten gemeldet, dass sie von einer Brücke aus mit Gegenständen beworfen worden seien. Aus der Luft wurde nach den Übeltätern gesucht – diesmal vergeblich . Auch das kommt vor. Manchmal.

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