Randolph Rose
60-Jähriger aus Westerkappeln singt bei „The Voice of Germany“

Westerkappeln -

Nein, beweisen muss er nichts mehr. Keinem anderen und schon gar nicht sich selbst. Da wo die anderen noch hinwollen, war Randolph Rose schon. Das ist allerdings länger her. Und deshalb traut sich der 60-Jährige noch einmal vor ein Millionenpublikum und zeigt, dass er es immer noch kann. Am Donnerstag hat der Westerkappelner bei „The Voice of Germany“ seinen großen Auftritt.

Mittwoch, 22.10.2014, 15:10 Uhr

Nein, beweisen muss er nichts mehr. Keinem anderen und schon gar nicht sich selbst. Da wo die anderen noch hinwollen, war Randolph Rose schon. Das ist allerdings länger her. Und deshalb traut sich der 60-Jährige noch einmal vor ein Millionenpublikum und zeigt, dass er es immer noch kann. Am Donnerstag (23. Oktober) hat er bei „ The Voice of Germany “ seinen großen Auftritt.

Randolph Rose, da war nicht nur etwas, sondern ganz viel. Anfang der 1970er Jahre eroberte der damals 17-Jährige die deutschen Single-Charts, war Dauergast in der ZDF-Hitparade . „Ich denke, das war die erfolgreichste Zeit in meinem Leben“, meint Randolph Rose. Die im Showgeschäft englische Aussprache seines „urdeutschen Namens“, wie er sagt, hat er übrigens Dieter-Thomas Heck zu verdanken.

 

Als Sohn eines Puertoricaners, welcher noch vor seiner Geburt bei einem Manöver-Unfall ums Leben kam, und einer Deutschen wächst der kleine Randolph im fränkischen Bamberg auf. Dort singt er im Kirchenchor, die Mutter bringt ihm das Tanzen bei.

Mit 8 Jahren zieht die Familie nach Berlin um. „Angefangen habe ich mit der Schauspielerei“, erzählt der Wahl-Westerkappelner, ein Cousin von Schlager-Ikone Marianne Rosenberg. Dank guter Kontakte spielt er in Fernsehserien wie „Tommy Tulpe“, „Till, der Junge von nebenan“ oder „Tanzcafé“ mit. Oft hat er dabei kleine musikalische Auftritte.

Die Initialzündung erfährt Randolph Roses Karriere aber durch keinen Geringeren als Sammy Davis jr. – sein großes Idol. 1968 ist der US-Entertainer auf Deutschlandtournee. Rose schwatzt seiner Mutter das Geld für das Konzert in Berlin ab. Der 14-Jährige will unbedingt ein Autogramm, mogelt sich in die Garderobe und trifft den Star höchstpersönlich. „Hey, du siehst ja aus wie ich. Kannst du auch singen und tanzen ?“, fragt Sammy Davis jr. . Randolph kann. Schon kurz darauf steht der Teenie mit seinem Vorbild gemeinsam bei Konzerten auf der Bühne.

Beide verbindet eine enge Freundschaft bis zu Davis´Tod im Jahr 1990. Und ein bisschen darüber hinaus, denn aufgrund seiner Stimmgewalt und seiner Revueerfahrung ist er bis heute für verschiedene große Showensembles wie „That‘s Life“ – einer Show rund um das berühmte „Rat Pack“ – als Double seines Mentors unterwegs. „Ich komme eigentlich vom Jazz und Soul“, betont die Frohnatur. So gibt er heute Abend auch keinen Schlager, sondern Swing zum Besten.

 

Trotzdem war es der Schlager, der ihn vor über 40 Jahren berühmt machte. 1970 hat er seinen ersten Plattenvertrag in der Tasche. Einen Tag vor Heiligabend nimmt er die deutsche Coverversion von „Silvermoon Baby“ (im Original vom Ex-Monkee Mike Nesmith) auf. Am 23. Januar 1971 steht er damit bei der ZDF-Hitparade im Rampenlicht und noch einen Monat später auf Platz 1 der Show. 13 Wochen lang hält er sich in den deutschen Single-Charts, rückt vor bis auf Platz 5. „Silvias Mutter“, der „La La Love Song“ oder „Nur ein Flirt“ gehen ebenfalls millionenfach über die Verlaufstheken.

Diese Erfolge kann Rudolph Rose nicht mehr toppen, er bleibt aber dem Musikgeschäft treu. Bis 1989: Seine jetzt längst erwachsenen fünf Kinder waren auf der Welt, „meine Karriere dümpelte so vor sich hin", erzählt der Vollblutmusiker.“ „Darum habe eine unerledigte Sache zum Abschluss gebracht.“ Nach dem Abitur konzentrierte sich der Westerkappelner auf das Showgeschäft. Nun beginnt er eine Kochlehre. „Das hab ich nur für mich gemacht.“

Randolph

Dieses Bild von Randolph Rose stammt aus dem Jahr 1970. Foto: © United Archives/Grimm

Roses private Leben führt von Berlin über Münster, Osnabrück und Wallenhorst 2005 nach Westerkappeln , wo seine Frau Gisela und er sich in der Bauerschaft Seeste ein schmuckes Heuerhaus mieten. Hier auf dem Lande, bei seinen Nachbarn, mit seinen Pferden fühlt er sich zu Hause. „Hier wollen wir bleiben“, sagt der sympathische Sänger.

Für „The Voice of Germany“ hat ihn Tochter Nastassia ohne sein Wissen angemeldet. „Die Familie meint, es gab einen längeren Knick in meinem Werdegang.“ Ausgelöst worden ist dieser 1998, als Randolph Rose in Osnabrück von einer Jugendgang überfallen und dabei durch einen Schlag mit einer Eisenstange auf den Kopf schwer verletzt wurde.

Doch Rose hat sich zurück ins Leben gekämpft, zwischenzeitlich neue Alben produziert. Auf den einschlägigen Radiokanälen wie WDR 4 laufen seine Schlager weiter recht erfolgreich. „Im Fernsehen gibt es leider kaum noch die Formate dafür“, bedauert der Künstler.

Doch am Donnerstag ist das Fernsehen noch einmal seine große Bühne. Randolph Rose ist einer von mehreren tausend Bewerbern bei „The Voice of Germany“, die es bis in die sogenannten „Blind Auditions“ geschafft haben. „Das ist doch schon was, egal wie weit die Reise geht.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2824521?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F2575618%2F4848648%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker