Terrorzelle im Münsterland
Salafisten im Raum Ibbenbüren schicken junge Muslime nach Syrien und in den Irak

Ibbenbüren/Düsseldorf -

In und um Ibbenbüren haben sich offenbar radikal-islamische Kräfte etabliert, die junge Muslime für die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) rekrutieren. Das haben Sicherheitsbehörden gegenüber unserer Zeitung bestätigt. „Ja, im Norden des Münsterlandes existieren salafistische Strukturen“, erklärte das NRW-Innenministerium. Die Behörden bestätigten auch, dass „es Ausreisebewegungen aus diesem Raum gegeben hat“.

Montag, 27.10.2014, 11:10 Uhr

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass sich fünf Muslime aus Ibbenbüren der IS-Terrormiliz an­ge­schlossen haben. Aus dem ge­samten Münsterland und dem benachbarten Hamm sind da­mit seit Jahresbeginn neun Männer nach Syrien oder in den Irak ausgereist. Hinweise, wonach mindestens einer von ihnen angeblich ein Selbstmordattentat begangen haben soll, bestätigen die Behörden nicht. „Wir haben darüber keine Erkenntnisse.“

Die vier muslimischen Ge­meinden in Ibbenbüren haben Angst um ihre Kinder. „In den Kreisen kennt man natürlich die jungen Männer, die den IS-Terror unterstützen“, sagt ein Insider.

Nach Informationen unserer Zeitung hat die dortige Salafistenszene zehn bis 15 Mitglieder, die sich vorwiegend in einem Privathaus treffen. „Sie unterhalten intensive Kontakte zu einer pakistanischen Hinterhof-Moschee bei Hamm und zu islamistischen Kreisen in Wuppertal“, erzählt ein Kontaktmann aus Ahlen. Dort war ein 18-Jähriger im September verschwunden.

Zur Gruppe der Salafisten gehört dem Vernehmen nach „ein Syrer, mehrere türkisch- stämmige Personen und mindestens ein Mann aus Bosni­en-Herzegowina“. Im Hintergrund sollen „Geldgeber mit deutschem Pass“ aktiv sein. Der Verfassungsschutz beobachtet die Aktivitäten im Kreis Steinfurt intensiv.

Angeblich locken die Islamisten die jungen Muslime auch mit Geld. „Sie zahlen demjenigen, der sich dem IS anschließt, bis zu 10 000 Eu­ro“, heißt es. Ihre paramilitärische Ausbildung erhalten die Nachwuchs-Extremisten in Deutschland und dem türkischen Antep nahe der syrischen Grenze.

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