Ein Kampf gegen Windmühlen
Bürgerinitiativen kritisieren Ausbau

Münsterland -

Dass der Infra­schall (Schall mit niedrigen Frequenzen) der Windenergieanlagen nicht schädlich ist – Ralf Lohe will das nicht einfach so glauben. „Es gibt bisher keine endgültigen Forschungsergebnisse“, sagt er.

Donnerstag, 30.10.2014, 11:10 Uhr

Und auch die Aussage des Bundesverbandes Windenergie, dass der produzierte Infraschall außerhalb der gesetzlichen Mindestabstände von Windrädern zu Wohnhäusern „weder hör- noch fühlbar ist“, beruhigt ihn in keiner Weise. „Röntgenstrahlen hört man nicht und man kann sie auch nicht fühlen. Gefährlich sind sie trotzdem“, sagt Lohe. Er gehört zur Bürgerinitiative „Ein Herz für Ascheberg “. Rund zehn Mitglieder hat sie und kämpft gegen die geplanten Windkraftanlagen in der Gemeinde. Einige könnten direkt vor dem Hof stehen, den sich der Selbstständige – „auch als Altersvorsorge “ – gekauft hat und der durch die Windräder nach seiner Einschätzung massiv an Wert verlieren würde.

Zusammen mit neun anderen Bürgerinitiativen ist Lohe jetzt bei der Bezirksregierung vorstellig geworden. Dem Regionalrat wurde eine Resolution „Gegen den maßlosen Ausbau der Windenergie“ überreicht. Darin kritisieren die Initiativen die Zerstörung der Parklandschaft, die Gesundheitsbeeinträchtigung durch Lärm- und Schattenwurf, eine Gefährdung des Tourismus und eine von ihnen befürchtete Explosion des Strompreises.

  Statistik: Verteilung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland nach Energieträger im Jahr 2013* | Statista
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Zudem fordern sie, dass die Planungshoheit bei den Gemeinden bleiben muss. Und Lohe zählt weitere Punkte auf, mit denen er den Befürwortern den Wind aus den Segeln nehmen will: Zu geringe Wirtschaftlichkeit der Anlagen, das Münsterland als die Region mit dem wenigsten Wind in NRW, die Probleme der Speicherung, ein zu geringer Abstand zur Wohnbebauung, „der aber notwendig ist, um hier überhaupt Flächen zu finden“, kaum Gewerbesteuereinnahmen und, und, und.

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Ein Windkraftrad steht bisher in Ascheberg. Geht es nach Ralf Lohe, bleibt das auch so.

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