Rätselhaftes Phänomen
Hinweise auf mögliche Ursache für Knalle im Münsterland

Münsterland -

Nach unserer Berichterstattung über mysteriöse nächtliche Knalle haben sich Leser aus über einem Dutzend Orten im Münsterland gemeldet, die die „Explosionen“ auch gehört haben. Ein Leser gab einen Hinweis auf eine mögliche Ursache des Phänomens.

Mittwoch, 26.11.2014, 07:11 Uhr

Die Liste wird immer länger. Nach Münster , Gronau, Nordwalde, Senden, Greven-Reckenfeld, Steinfurt-Borghorst und Altenberge haben am Dienstag viele Leser von anderen Orten im Münsterland berichtet, an denen es in den vergangenen Wochen ebenfalls regelmäßig knallt. Aus Rosendahl, Lengerich, Rhede, Warendorf, Bocholt, Ibbenbüren, Ahlen und anderen Orten kommen nach der Berichterstattung in unserer Zeitung Hinweise auf die mysteriösen „ Explosionen “, die in der Regel nachts zu hören und meist lauter als normale Knallkörper sind.

Die meisten Hinweisgeber gehen davon aus, dass in vielen Fällen selbst gebaute Knallkörper der Grund für die nächtliche Ruhestörung sind.

Erfolgreiche Ursachensuche im Ruhrgebiet

Ein Leser berichtete unserer Zeitung, dass bereits im Sommer 2013 ein Fall in Bochum-Wattenscheid für Aufsehen gesorgt hatte. Dort ermittelte die Polizei anschließend, dass es sich dabei um Knallgasexplosionen gehandelt hatte . Was nach viel Chemie klingt, ist mit ein wenig Recherche einfach herzustellen. Nur wenige Zutaten sind nötig, um einen Luftballon in einen riesigen Knallkörper zu verwandeln. Entsprechende „Rezepte“ sind leicht im Internet zu finden. Und die Wirkung ist enorm. Das bei älteren Menschen in Westfalen bekannte „Milchkannenschießen“ beruht auf einem ähnlichen Prinzip.

Ob es sich jetzt um einen neuen Trend handelt, ist unklar, aber nicht abwegig. Ungefährlich ist es auf keinen Fall. „Bei explosiven Gasen kann man sich schnell verschätzen. Die Folgen und Schäden können enorm sein. Ein geplatztes Trommelfell ist dabei eine eher harmlose Verletzung im Spektrum dessen, was passieren kann“, sagt der Leiter der Feuerwehr in Münster, Benno Fritzen.

Knallgeräusche schwer zu orten

Generell ist es schwierig, die Herkunft des Knalls zu ermitteln. „Das ist eine schwierige Kiste“, berichtet Professor Dr. Dieter Scholz von der Fachhochschule Münster in Steinfurt. „Das normale Entfernungsempfinden greift unter bestimmten Umständen nicht sauber“, sagt Scholz und nennt als Beispiel Straßenlärm von einer weit entfernten Straße, den man dann aber als ganz nah empfinde. Gerade beim Schall gebe es zahlreiche Effekte. Schall, der nach oben gehe und von dort wieder nach unten gedrückt werde, könne zehn Mal weiter gehen als nach normalen Berechnungen. Scholz: „Es kann sein, dass man am Punkt selbst kaum etwas hört, in einiger Entfernung aber schon.“ Auch die Richtung der Lärmquelle sei manchmal nicht eindeutig zu identifizieren.

 
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