Pegida-Auftritt
Bischof Genn entzieht Pfarrer die Predigtbefugnis

Weil er am Montag an einer Pegida-Demonstration in Duisburg teilgenommen und sich auf einer Bühne kritisch über das Ausschalten der Lichter am Kölner Dom geäußert hat, wurde einem Pfarrer aus Emmerich nun die Predigtbefugnis entzogen. Der Pfarrer ist zudem auf das Verhältnis von Christentum und Islam in der europäischen Geschichte eingegangen und hat die Bundeskanzlerin wegen ihrer Aussage kritisiert, der Islam gehöre zu Deutschland.

Dienstag, 20.01.2015, 15:01 Uhr

"Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinem völlig verzerrten Bild von Geschichte und Gegenwart. Herr Pfarrer Spätling bedient mit seinen Äußerungen undifferenzierte Klischees gegenüber dem Islam . Er schürt mit seinen Aussagen eine Feindlichkeit gegen „den Islam“, die wir für gefährlich erachten", erklärt das Bistum Münster in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung. "Mit solchen Äußerungen – für die Herr Pfarrer Spätling, indem er äußerlich sichtbar als katholischer Priester auftritt, auch noch seine Autorität als Pfarrer und Priester missbraucht – legt er die Grundlagen für rechte Ideologien, für Fremdenfeindlichkeit und für ein Gegeneinander der Religionen, die in der katholischen Kirche keinen Platz haben."

Uns droht in Deutschland ganz sicher keine Islamisierung.

Bistum Münster

Die christliche Botschaft sei keine der Ausgrenzung, des Hasses und der Gewalt, sondern eine der Liebe und der Menschenfreundlichkeit, betont das Bistum. "Wir sind dankbar dafür, wie viele Menschen in diesen Tagen auf die Straßen gehen und genau in diesem Sinne ein Zeichen setzen – darunter sind auch ganz viele Christinnen und Christen. Uns droht in Deutschland ganz sicher keine Islamisierung. Als Christen steht es uns gut an, den Menschen, die Zuflucht bei uns suchen, zu helfen und für sie da zu sein. Das geschieht auf ganz vielfältige Art und Weise. Zudem sind wir auf unterschiedliche Weise und auf vielen Ebenen mit muslimischen Vertretern im Gespräch und werden dies auch bleiben."

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn , hat Pfarrer Spätling, der im Bistum Münster ohnehin schon nahezu keine priesterlichen Dienste mehr wahrnimmt, am 20. Januar 2015 mitgeteilt, dass er solche Reden wie die gestrige nicht „dulden kann und will“. In Bezug auf Canon 764 des Kirchenrechtes hat Bischof Genn dem Pfarrer am Dienstag die Predigtbefugnis entzogen und ihm somit verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3014384?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F4848633%2F4848645%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker