31-Jähriger stirbt in der Nähe von Kobane
IS-Kämpfer aus Ibbenbüren ist tot

Ibb­enbüren -

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Ibbenbüren: Ein türkischstämmiger Stadtbewohner ist in Syrien bei Kämpfen für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ums Leben gekommen. Zusammen mit einem weiteren IS-Kämpfer war der 31-Jährige über Brüssel ausgereist.

Mittwoch, 04.02.2015, 16:02 Uhr

Tragisches Ende eines noch jungen Lebens: Ein 31 Jahre alter türkischstämmiger Mann aus Ibbenbüren , der sich zusammen mit zwei Bekannten im vergangenen Oktober den IS-Terrormilizen in Syrien angeschlossen hatte, ist tot. Das haben Sicherheitskreise bestätigt. Die Familie hat ihn bereits am vergangenen Sonntag in der Türkei beer­digt.

Von dem Mann existiert ein Foto, das ihn mit einer Schusswunde im Kopf zeigt. Er wurde nach Medienberichten in einem Dorf fünf Kilometer südöstlich von Kobane , dem lange umkämpften Grenzort zur Türkei, ermordet. Sein Kampfname sei Abdul Dschaber al-Turki gewesen.

Der getötete IS-Kämpfer war von Kurden über die Grenze in die Türkei gebracht worden. Der Leichnam im Holzsarg wurde am Freitagnachmittag von der syrisch-kurdischen Stadt Kobane aus auf einem Transporter ins Nachbarland gefahren, wie ein Korrespondent der Deutschen Presseagentur berichtete. Dort wur­de er seiner Familie übergeben.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Ibbenbüren. Zusammen mit einem weiteren IS-Kämpfer war der 31-Jährige über Brüssel ausgereist. Der dritte Ibbenbürener war alleine ins Kampfgebiet gereist. Über den Verbleib der Männer gibt es keine Informationen. Dem Vernehmen nach soll einer von ihnen bei Kämpfen schwer verletzt worden sein.

Der im türkisch-syrischen Grenzraum zuständige kurdische Verteidigungschef Ismet Hassan sagte, die Familie des 31-Jährigen habe über IS-Meldungen in sozialen Netzwerken von dem Tod ihres Angehörigen erfahren und daraufhin die Kurden in Kobane kontaktiert. In Medien wird er folgendermaßen zitiert: „Wir geben den Toten zurück, weil es nicht unsere Mentalität ist, Leichname zu behalten.“ Der IS hingegen behalte die Toten und beerdige sie nicht. Die Kurden hatten die Dschihadisten vor wenigen Tagen nach monatelangen Kämpfen aus Kobane vertrieben.

Die drei IS-Terroristen aus Ibbenbüren haben alle einen deutschen Pass, sind in Ibbenbüren zur Schule gegangen. Ihre Familien seien intakt, hatten Vertreter der muslimischen Gemeinden in Ibbenbüren erklärt. Der Getötete hatte eine Lehre als Elektriker gemacht und soll sich vor eineinhalb Jahren radikalisiert haben. dafür soll auch eine Gruppe in Ibbenbüren verantwortlich sein.

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