Post vom Beitragsservice sorgt für Ärger in Ahlen
Aus 17,50 Euro werden schnell teure Mahnbescheide

Ahlen -

Das erste Anschreiben kam Mitte 2014. Da hatte die Nachfolgerin der früheren „GEZ“, jetzt „Beitragsservice“, die Ahlener gefragt, ob sie Wohnungsinhaber oder Mitbewohner sind. Wenn der Mieter oder Hausbesitzer die Rundfunkgebühren zahlt, dann müssen das Mitbewohner nicht tun.

Freitag, 13.02.2015, 19:02 Uhr

Das mag ein Grund für ein Phänomen sein, mit dem Anne Schulze Wintzler jeden Tag tun hat: „Dieses erste Schreiben hat bestimmt die Hälfte der Leute damals weggeschmissen.“ Mahnungen und damit die Besuche bei der örtlichen Verbraucherberatungsstelle, die Schulze Wintzler leitet, häufen sich. Manche Bescheide belaufen sich schon auf hohe dreistellige Forderungen. Die macht der Beitragsservice geltend, obwohl die meisten Empfänger der Briefe gar nicht zahlen müssen. Doch das hatten sie den Kölnern in der Annahme nicht schriftlich gegeben, dass sie sowieso nicht zahlen müssten.

Die Entstehung des Pro­blems geht auf die Novellierung des Rundfunkbeitrags zurück. Der sank zwar zum Jahr 2015 von 17,98 Euro auf 17,50 Euro. Pro Haushalt.

Wer aber nicht innerhalb eines Monats nach der Abfrage seines Status klargemacht hat, dass er keine Gebühr zahlen muss, erhält einen Beitragsbescheid. Der ist ein rechtskräftiger Titel und damit vollstreckbar. Das Ganze kann also im Falle hartnäckiger Ignoranz zum Besuch des Gerichtsvollziehers führen.

Anne Schulze Wintzler hat noch immer täglich eine Handvoll verunsicherter Bürger im Büro. Sie rät, grundsätzlich per Einschreiben zu reagieren. Beim Beitragsservice gehe täglich säckeweise Post ein – und durchaus schon mal etwas verloren...

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