Tödliches Flugzeugunglück in Telgte
Anklage gegen Piloten aus Münster wegen fahrlässiger Tötung

Telgte/Münster -

Die Staatsanwaltschaft Münster hat im Zusammenhang mit dem tödlichen Flugunfall in Telgte im September Anklage gegen einen Piloten aus Münster erhoben. Dem 33-Jährigen Benjamin H. wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen.

Donnerstag, 05.03.2015, 11:03 Uhr

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag mitteilt, führte Benjamin H. am 14. September 2014 am Verkehrslandeplatz in Telgte Schleppflüge für Segelflugzeuge durch und wollte nach dem Ausklinken des hochgeschleppten Segelflugzeugs wieder landen. Für diese Flüge steht eine Graspiste zur Verfügung. Zur selben Zeit befand sich ein 48-jähriger Fluglehrer mit einem 52 Jahre alten Copiloten am Ende eines Übungsfluges mit seinem Ultraleichtflugzeug ebenfalls im Landeanflug auf diesen Verkehrslandeplatz und beabsichtigte, auf der parallel verlaufenden Asphaltpiste aufzusetzen.

Bei dem Landeanflug soll Benjamin H. unter Missachtung von Sicherheitsvorschriften – insbesondere unter Verletzung des Vorflugrechtes des verunglückten Piloten – in dessen Flugbahn geflogen sein und sich vor diesen gesetzt haben. Dabei soll das an dem Schleppflugzeug des Angeschuldigten befestigte Schleppseil in den Propeller des verunfallten Ultraleichtflugzeuges geraten sein. Dies soll den Absturz der verunfallten Maschine aus einer Höhe von circa 40 Metern in ein Maisfeld westlich der Landebahn verursacht haben.

Flugzeugabsturz in Telgte

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    Foto: Große Hüttmann
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Durch den Aufprall geriet das abgestürzte Ultraleichtflugzeug in Brand. Beide Insassen erlitten bei dem Unfall schwere Brandverletzungen und Knochenbrüche. Sie wurden sofort nach der Bergung in Unfallkliniken verbracht, konnten aber trotz aller ärztlicher Bemühungen nicht mehr gerettet werden und verstarben wenige Tage später an den unfallbedingten Verletzungen .

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