Brauereien im Münsterland
Regionale Biersorten liegen im Trend

Münster -

Im kommenden April ist es so weit: Das deutsche Reinheitsgebot wird 500. Doch die Konsumenten greifen immer seltener zum Bierglas. Die Herkunft aus der Region wird deshalb "zunehmend zu einem guten Verkaufsargument", heißt es beim Brauereiverband.

Donnerstag, 23.04.2015, 17:04 Uhr

Die Deutschen greifen immer seltener zum Bierglas . „Und wenn, dann tun sie das meist zu Hause“, weiß Jürgen Witt . Der Geschäftsführer des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Brauereien berichtete am Donnerstag, am Tag des Bieres, unserer Zeitung davon, dass 66 Prozent des Bieres in den eigenen vier Wänden getrunken werden. „Hier sind die Folgen des Rauchverbots in Gaststätten zu spüren, gerade in NRW haben wir die strengsten Rauchverbotsregeln“, beklagt Witt.

Im Münsterland gibt es nur noch wenige Traditionsbrauereien: Pinkus Müller in Münster gehört seit 1816 dazu. Seit 1978 wird dort Bier aus ökologisch angebautem Getreide gebraut. Deshalb nennt sich die Brauerei selbst die älteste Bio-Brauerei der Welt.

Traditionelle Braustätten gibt es in der Region auch in Oelde bei der Pott’s Brauerei und in Steinfurt-Burgsteinfurt, wo die Privatbrauerei A. Rolinck aber inzwischen Teil der sauerländischen Krombacher-Gruppe ist. Seit 1680 existiert auch in Beckum bereits die Privatbrauerei Stiefel Jürgens.

Bierbrauer im Münsterland

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  • Münsters älteste bestehende Brauerei, Pinkus Müller, feiert im nächsten Jahr 200. Jubiläum.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Pott‘s Brauerei in Oelde beherbergt sogar ein eigenes Biermuseum.

    Foto: -wg- Wilfried Gerharz
  • Das Brauhaus Klute in Havixbeck ist die Heimat des Westfalenbiers, das sogar bis nach China exportiert wird.

    Foto: Dieter Klein

Vielfältige Brauereilandschaft

Bei den münsterländischen Brauereigründungen nach 1990 handelt es sich oftmals um Haus- oder Restaurantbrauereien. „Dieser Trend zum Hausbrauen hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt“, erklärt Witt.

Im Münsterland gibt es als vergleichsweise neue Brauhäuser die Gruthaus-Brauerei (Münster), das Brauhaus Stephanus (Coesfeld), das Haus Klute (Havixbeck-Poppenbeck), die Isendorfer Hausbrauerei (Emsdetten-Isendorf), die Teutoburger Brauerei (Lengerich) und das Vredener Brauhaus.

Wachsende Nachfrage regionaler Produkte

Grundsätzlich sieht Witt eine wachsende Nachfrage nach regionalen Produkten. „Die Herkunft aus der Region wird zunehmend zu einem guten Verkaufsargument.“

Doch insgesamt wird langfristig immer weniger Bier getrunken: Den Zahlen des Brauereiverbandes zufolge wurden 1996 in Nordrhein-Westfalen noch fast 31 Millionen Hektoliter abgesetzt, 2014 lediglich noch rund 22 Millionen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat den Abwärtstrend kurzzeitig gestoppt; der Bierkonsum ist in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gestiegen: Im Schnitt trank jeder Deutsche nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes täglich ein kleines Glas Bier (0,27 Liter), fast 107 Liter jährlich. Pro Tag kamen so 22 Millionen Liter zusammen, aufs Jahr gesehen rund acht Milliarden Liter. Das war etwas mehr (0,4 Prozent) als im Vorjahr, teilte die Behörde am Donnerstag mitteilte.

Mehr als die Hälfte aller 1352 Brauereien in Deutschland haben ihren Sitz in Bayern (616). Auf den weiteren Plätzen folgen Baden-Württemberg (189) und Nordrhein-Westfalen (128).

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