Marathon-Absperrungen durchbrochen
Polizist fährt Schwangere ins Krankenhaus

Um eine hochschwangere Frau rechtzeitig vor der Geburt ihres Kindes in das St. Vincent Hospital in Coesfeld zu bringen, durchbrach der Bezirksbeamte Berthold Kleideiter gleich mehrere Absperrungen des 40. Sparkassen-Marathons.

Dienstag, 12.05.2015, 14:05 Uhr

Die Polizei Coesfeld berichtet über die Aktion in einer ungewöhnlichen Pressemitteilung:

Um 10.15 Uhr startete das Hauptfeld des 40. Sparkassen-Marathon. Unter den Startern war auch Ralf Gottheil , der spätere Mannschaftssieger der Sparkasse Westmünsterland.

Mit einer Laufzeit von 2:42:14 war er nur wenig langsamer als unser Marathon-Baby Till Pöltl aus Lembeck. Zugegeben, die Entfernung war etwas kürzer aber wie sich später herausstellte, nicht minder ereignisreich. Um 10.55 Uhr wurde Till ausgesprochen unruhig und machte seine Mutter mit Vehemenz auf den nun beginnenden Marathon aufmerksam. Der Startschuss war gefallen und auch Till war nun auf dem Weg zur Ziellinie. Bis 11.15 Uhr lief alles wie geplant, Vater Daniel relativ entspannt und Mutter Julia voller Erwartung.

Plötzlich änderte sich die Gesamtsituation grundlegend. Unverhofft gerieten die drei in den Bann des Rennens. Immer rund um Coesfeld, aber kein Durchkommen. Dem Ziel so nah und doch irgendwie nicht erreichbar. Dabei hatte er sich entschlossen sein persönliches Ziel, noch vor dem Sieger des Marathons, zu erreichen. Auch Julia spürte sein Vorhaben sehr genau. Es konnte nicht mehr lange dauern.  Daniel geriet zunehmend in Panik. Eine Absperrung nach der anderen, Menschmengen, niemand schien ihn zu hören, niemand seine Not zu ahnen.

Am nächsten ungewollten Stopp an der Kleinen Viehstraße/Marienring-ein Hoffnungsschimmer. Am Wegesrand ein "Freund und Helfer" und zu DEM, wurde er in vorbildlicher Weise. Kaum hatte der Bezirksbeamte Berthold Kleideiter die Situation erfasst, saß er schon auf dem Fahrersitz des Ford Kuga: Vater rückte auf den Rücksitz und kam aus dem Staunen und der zunehmenden Begeisterung nicht mehr heraus. Berthold Kleideiter ließ die Scheibe herunter, wedelte mit seiner Dienstmütze und forderte mit Nachdruck das Öffnen der Absperrung. Eine "Schranke" nach der anderen öffnete sich und der Weg zum St. Vincent Hospital wurde frei.

Till hatte sein Etappenziel erreicht und überwand die Ziellinie in das Leben um 12.26 Uhr. Die glücklichen Eltern bedankten sich heute, direkt nach der Entlassung von Mutter und Kind aus dem Krankenhaus, beim sichtlich gerührten Berthold Kleideiter. Wir wünschen Till alles Gute auf seinem Lebens-Marathon.

Daten zu Till: 4.440 Gramm, 56 cm groß und wohlauf.

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