Deutsche Post AG
500 Zusteller streiken in NRW

Düsseldorf/Münsterland - 500 Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post AG in NRW haben am Dienstag mit Beginn der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Vom Streik betroffen sind unter anderem Zustellbezirke in Münster, Coesfeld, Rheine, Dülmen, Steinfurt, Ahaus und Gronau.

Dienstag, 26.05.2015, 09:05 Uhr

Die Betriebsräte der Niederlassungen Düsseldorf und Herford haben zu Betriebsversammlungen eingeladen, zu denen laut Mitteilung der NRW-Pressestelle von  Verdi rund 3.000 Mitarbeiter erwartet werden. In Düsseldorf wird die Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis zu den Beschäftigten sprechen.

Vom Streik betroffen sind Zustellbezirke in Köln, Bornheim, Bad Neuenahr, Adenau, Duisburg, Essen, Mülheim, Aachen, Düren, Kerpen, Brühl, Münster, Coesfeld, Rheine, Dülmen, Steinfurt, Ahaus und Gronau. Durch die Betriebsversammlungen kann in den Regionen Düsseldorf, Viersen, Mönchengladbach, Neuss, Wuppertal, Remscheid, Solingen, Mettmann und Ratingen sowie in Detmold, Paderborn, Minden, Bielefeld, Herford und Lippe die Zustellung verzögert werden oder ganz ausfallen“.

„Auch wenn sich die Post das selbst eingebrockte Desaster schön redet wissen wir, dass hunderttausende Briefe und Pakete sowie die für den Konzern lukrativen Werbesendungen nicht rechtzeitig zugestellt werden“, erklärte Uwe Speckenwirth , Verdi-Fachbereichsleiter Postdienste in NRW .

Wichtigster Tagesordnungspunkt der Betriebsversammlungen wird der Vertragsbruch durch die Führung des DAX-Konzerns sein, der Auslöser des Tarifkonfliktes ist. Dadurch gibt es zum Beispiel allein in der Niederlassung Düsseldorf über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach einer oft langjährigen Tätigkeit als befristete Beschäftigte nun in einer neuen „DHL Delivery GmbH“ nur zu weitaus schlechteren Arbeitsbedingungen weiterbeschäftigt werden.

Entgegen der schriftlichen Vereinbarung gründete der Konzern zu Beginn des Jahres zusätzliche Firmen, um die Tariflöhne auf breiter Front abzusenken. Verdi forderte daraufhin einen Vertrag zur Verkürzung der Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden. Dadurch sollen Zugeständnisse der Beschäftigten kompensiert werden, denen sie vor dem Vertragsbruch zum Schutz vor der Gründung eben solcher Firmen zugestimmt hatten.

Ein angebotener Kündigungsschutz bis 2018 sei wertlos, „weil die Post schon ab nächstes Jahr freie Hand für die Gründung von billigeren Konkurrenz-Unternehmen im eigenen Haus haben will. Damit wäre der Kündigungsschutz hinfällig“, sagte Uwe Speckenwirth.

Bislang gab es zwischen Verdi und der Deutschen Post AG fünf Verhandlungsrunden. Die nächste ist am 1. und 2. Juni in Berlin.

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