Münsterland
Borghorster Stiftskreuz

Das Borghorster Stiftskreuz gehört Experten zufolge zu den besten sakralen Kunstwerken des 11. Jahrhunderts in Europa. Professor Gerd Althoff vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster hält seinen Wert für unschätzbar – nicht wegen seiner Edelsteine, sondern aus drei Gründen: Das liturgisches Objekt enthält in einem kostbaren Bergkristallfläschchen 17 Reliquien, die die Kirchengemeinde 1000 Jahre in ihre Liturgie integriert habe.

Kunsthistorisch braucht das Kreuz auf europäischer Ebene kaum Vergleiche zu scheuen. Es ist eines der herausragenden Zeugnisse sakraler Kunst aus der Salierzeit. In Ausstellungen gehört es zu den am meisten beachteten Exponaten. Außerdem ist es historisch bedeutsam. Kaiser Heinrich III. hatte das 40 Zentimeter große Reliquienkreuz zur Sühne gestiftet. Mit der Pracht des Kreuzes wollte er ein außergewöhnliches Zeichen setzen.

Das Kreuz besteht aus einem Holzkern, der golden ummantelt ist. In einem Fläschchen aus Bergkristall sind seit etwa 1000 Jahren in kostbarem Tuch Reliquien und Reliquiensplitter eingerollt. Eine Inschrift auf der Rückseite beschreibt, welche Reliquien von welchen Heiligen – insgesamt 17 – dort in Teilen enthalten sind. Das Fläschchen enthält auch „Berührungsreliquien“. In die Ummantelung sind Edelsteinen und figürliche Darstellungen eingearbeitet. In der Mitte, wo sonst der gekreuzigte Christus abgebildet ist, sieht der Betrachter das Bergkristall-Fläschchen

Mittwoch, 08.07.2015, 18:07 Uhr

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