Das zweite Leben
Familie Krieter hat Labor-Beagle Nele ein neues Zuhause gegeben

Nele ist dem Welpenalter längst entwachsen. Die Beagle-Hündin ist schließlich schon zwei Jahre alt. Dennoch lernt sie jeden Tag neue Dinge – genau wie ein junger Hund. Nur, dass die Hündin meist scheuer und zurückhaltender ist. Geräusche lassen sie zusammenzucken, Wind macht ihr schon mal Angst. Das liegt an der Vorgeschichte: Nele war ein Laborhund. Sie hat den größten Teil ihres bisherigen Lebens in einer reizlosen Atmosphäre verbracht und Tierversuche erdulden müssen.

Sonntag, 19.07.2015, 14:07 Uhr

Das zweite Leben : Familie Krieter hat Labor-Beagle Nele ein neues Zuhause gegeben
Angekommen:Beagle-Hündin Nele hat sich bei Birgit eingelebt. Foto: Rayen

Über die Labor-Beagle-Hilfe und die Altenbergerin Sabine Rautenberg ist Nele Anfang des Jahres bei den Krieters gelandet. Birgit und Michael Krieter und ihr Sohn Malte hatten bereits Erfahrung mit Second-Hand-Hunden. Ihr früherer Hund Ronny war ein Mischlingsrüde, der aus einer mallorquinischen Auffangstation stammte. „Für mich stand fest: Wenn es Ronny nicht mehr gibt, nehmen wir wieder einen Hund mit einem ähnlichen Lebenslauf auf“, erzählt Birgit Krieter.

Entlassen werden nur die gesunden Tiere

Schon bei den Gassi-Runden mit Ronny hatten die Krieters Sabine Rautenberg kennengelernt. Von ihr erfuhren sie überhaupt erst von der Labor-Beagle-Hilfe und wussten, dass dieser Verein Versuchshunden ein zweites Leben verschafft. Woher die Tiere stammen, was sie in den Laboren erlebt haben, wissen die Mitarbeiter der Labor-Beagle-Hilfe nicht. „Entlassen werden aber nur gesunde Tiere“, erklärt Sabine Rautenberg.

Sie und ihr Mann halten zwei Beagles – weil sie die Rasse so sehr mögen. Es seien liebenswerte und neugierige Tiere. Seit einigen Jahren haben sie zeitweise immer einen dritten Hund in Pflege. Einen Labor-Beagle. Auch Nele war bei den Rautenbergs. Von ihren eigenen Vierbeinern Bailey und Jacky schaute sich die Hündin schon einiges ab. Zum Beispiel, keine Angst vor Menschen zu haben.

Nele genießt die neue Freiheit

Noch viel mehr lernt Nele jetzt mit den Krieters. Sie gehen mit ihr zur Hundeschule. Haben das Autofahren trainiert, leben mit ihr den ganz normalen Familienalltag mit Hund. „Als wir mit ihr Urlaub am Strand machten, ist sie gesprungen und getobt. Man hat gespürt, wie sehr sie diese neue Freiheit genossen hat“, erzählt Birgit Krieter. Genau diese Momente bestätigen ihr, mit Nele die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es sei einfach schön mitzuerleben, wie der Hund sein zweites Leben entdecke.

Ihr Mann Michael freut sich über die Fortschritte, die Nele macht. Er wünscht sich jedoch, dass sie noch zutraulicher wird – speziell zu ihm. Zu Frauen, so ist die Erfahrung der Labor-Beagle-Hilfe, seien die Hunde generell aufgeschlossener. „Vielleicht machen die Hunde mit Männern negative Erfahrungen“, vermutet Michael Krieter. Manchmal wünschen sich er und seine Frau, mehr über die Vorgeschichte von Nele zu erfahren. „Dann könnten wir vielleicht besser auf sie und ihre Ängste eingehen“, mutmaßt Birgit Krieter.

Ihr Mann Michael gibt nicht auf. „Der Hund wird uns nicht los“, schmunzelt er und lockt Nele mit Leckerchen. Das funktioniert inzwischen schon prima. Die Beagle-Hündin hört, reagiert auf Kommandos und wird immer mutiger im Alltag. „Man muss Geduld aufbringen“, sagt Sabine Rautenberg und weiß, dass auch Erwartungen an den Hund zurückgeschraubt werden müssen. Es sei eben ein Hund mit Vorgeschichte. Das macht Nele so liebenswert.

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