Flüchtlinge
Attacke auf Asylbewerber-Unterkunft im Kreis Steinfurt

Westfalen -

Mit Entsetzen schaute fast ganz Deutschland in den letzten Wochen nach Freital (Sachsen), Tröglitz (Sachsen-Anhalt) oder Reichertshofen (Bayern), wo mit Gewalt Stimmung gegen Asylbewerber gemacht wurde. Doch auch in unserer Region hat die Willkommenskultur einen Riss erlitten.

Mittwoch, 22.07.2015, 09:07 Uhr

In Reckenfeld wurden Flüchtlinge in der Hauptschule untergebracht, hier kam es am Montagabend zu einer – möglicherweise politisch motivierten – Attacke.
In Reckenfeld wurden Flüchtlinge in der Hauptschule untergebracht, hier kam es am Montagabend zu einer – möglicherweise politisch motivierten – Attacke. Foto: oh

Das „Bielefelder Bündnis gegen Rechts“, in dem Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Hochschulen vertreten sind, hat am Montag in einem Aufruf vor zunehmender rassistischer Gewalt gewarnt. So ist in Porta Westfalica ei­ne Unterkunft für Flüchtlinge angegriffen und mit Paintball-Pistolen beschossen wor­den. In Herford hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einer ehemaligen britischen Kaserne gebildet.

Staatsschutz ermittelt nach Vorfall in Reckenfeld

Die Willkommenskultur im Münsterland hat am Montagabend in Reckenfeld einen Riss erhalten. Gegen 23.30 Uhr flog eine Flasche durch den hinteren Gebäudetrakt der Hauptschule, in dem seit Kurzem drei Flüchtlinge untergebracht sind. Laut Angela Lüttmann , Sprecherin der Polizei in Münster, sei bei der Attacke niemand verletzt worden. Allerdings hat die Steinfurter Polizei den Fall wegen Verdachts auf eine politisch motivierte Straftat an die Ermittler des Staatsschutzes in Münster weitergegeben. Bisher gebe es keine Tatverdächtigen, so Lüttmann. „Unsere Ermittlungen stehen erst am Anfang.“

Umbau: Hauptschule Reckenfeld wird Flüchtlingsunterkunft

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Zu einer Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit hatte das „Bielefelder Bündnis gegen Rechts“ am Montagabend aufgerufen, an der mehr als 800 Menschen teilnahmen. Die Veranstaltung unter dem Motto „Bielefeld bleibt tolerant und weltoffen“ verlief friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Turnhalle als Unterkunft

Derweil wird Wohnraum für Flüchtlinge dringend benötigt – inzwischen greifen Kommunen in der Ferienzeit auf Schulen und Turnhallen zurück. In Münster-Hiltrup wurde am Wochenende eine Turnhalle kurzerhand zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert . Am Sonntag kamen die ersten 66 Flüchtlinge dort an.

Münster bereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor

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  • Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Münster. Sie werden nun auch in einer Hiltruper Turnhalle untergebracht. Foto: Matthias Ahlke
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  • Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Münster. Sie werden nun auch in einer Hiltruper Turnhalle untergebracht. Foto: Johanniter

Die Bezirksregierungen appellierten auch an andere Städte, Turnhallen kurzfristig für Flüchtlinge zu öffnen. Zwar sei diese Aufforderung nicht bindend. Jedoch müssten Kommunen die ihnen zugewiesenen Menschen aus rechtlichen Gründen aufnehmen, notfalls auch in Schulturnhallen, sagte ein Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW.

Als eine der ersten erklärte sich die Stadt Mülheim bereit, 150 Flüchtlinge für drei Wochen in einer städtischen Sporthalle aufzunehmen. „Damit ist natürlich niemand glücklich“, sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes. Schüler könnten zum Schulstart die Hallen womöglich nicht für den Unterricht nutzen. Die Arnsberger Bezirksregierung schloss nicht aus, dass die Gebäude über das Ende der Ferien hinaus benötigt würden.

860 Menschen in Einrichtung für maximal 350 Flüchtlinge

Die Dortmunder Erstaufnahmeeinrichtung hatte einen am Montagabend erneut verhängten Aufnahmestopp für Flüchtlinge in der Nacht wieder aufgehoben. Bis Mitternacht konnten 600 Flüchtlinge in Bussen auf Transferplätze in Oberhausen, Aachen, Gelsenkirchen, Mönchengladbach und Herne verteilt werden, wie ein Stadtsprecher am Dienstag mitteilte. Diese Plätze waren von der Bezirksregierung Arnsberg am frühen Abend in Aussicht gestellt worden. Unklar sei gewesen, ob der Transfer der vielen Menschen noch rechtzeitig klappen würde.

Zeitweise waren laut Einrichtungsleitung am Montagnachmittag in der für maximal 350 Flüchtlinge ausgerichteten Erstaufnahmestelle 860 Menschen gewesen. Die Stadt verhängt einen Aufnahmestopp, wenn sich abzeichnet, dass bis Mitternacht mehr als 400 Flüchtlinge auf dem Gelände sein werden. Dies war in den vergangenen Wochen mehrfach geschehen.


Korrekturhinweis:

In einer früheren Version wurde die im Reckenfelder Fall ermittelnde Behörde als "Staatssicherheit" bezeichnet. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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