Kinderschutz in Westfalen
Polizei und Jugendämter müssen deutlich öfter eingreifen

Münsterland -

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die 2014 von den Jugendämtern in Westfalen vorläufig unter Schutz gestellt wurden, ist deutlich gestiegen.

Dienstag, 28.07.2015, 18:07 Uhr

Zum Schutz der Kinder: Im Regierungsbezirk Münster wurden insgesamt 1181 Kinder und Jugendliche für eine bestimmte Zeit bei Pflegefamilien oder in Heimen untergebracht.
Zum Schutz der Kinder: Im Regierungsbezirk Münster wurden insgesamt 1181 Kinder und Jugendliche für eine bestimmte Zeit bei Pflegefamilien oder in Heimen untergebracht. Foto: a

Wie aus einer Erhebung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, ergriffen die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 13 198 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, waren das 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg ist maßgeblich auf die Zunahme der Zahl von unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland zurückzuführen: Im Jahr 2014 reisten 44,9 Prozent mehr Kinder und Jugendliche ohne Eltern aus dem Ausland ein als 2013.

Vorläufige Schutzmaßnahmen (Inobhutnahmen) werden vom Jugendamt dann ergriffen, wenn ein unmittelbares Handeln zum Schutz der Minderjährigen in Eil- und Notfällen als geboten erscheint.

2014 handelte es sich in NRW bei der Mehrzahl der unter den Schutz des Jugendamts gestellten Kinder und Jugendlichen um Personen ab 14 Jahren (8250); Kinder im Alter von unter 14 Jahren waren in 37,5 Prozent der Fälle (4948) betroffen. Häufigste Anlässe für die vorläufige „Schutzmaßnahme“ waren Überforderung der Eltern oder eines Elternteils, unbegleitetes Einreisen aus dem Ausland oder Beziehungsprobleme der Eltern.

8 247 der Inobhutnahmen (62,5 Prozent) wurden auf Initiative des Jugendamts oder der Polizei durchgeführt. Im Regierungsbezirk Münster wurden insgesamt 1181 Kinder und Jugendliche, 483 davon mit Migrationshintergrund, für eine bestimmte Zeit bei Pflegefamilien oder in Heimen untergebracht. Bei 954 Kindern erfolgte die Inobhutnahme durch das Jugendamt oder die Polizei, 227 Kinder wurden auf eigenen Wunsch untergebracht. Im Kreis Borken waren es insgesamt 101 Kinder, im Kreis Coesfeld 65, im Kreis Steinfurt 406, im Kreis Warendorf 69 und in der Stadt Münster 166.

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