Registrierstelle für Flüchtlinge am FMO
Ab Montag muss der Betrieb laufen

Greven -

Auf dem großen Areal wird überall gewerkelt, gehämmert, gebohrt und gebaut. Noch stehen nur die Zelte, das Innenleben fehlt – und der Winterschutz. Vier Tage noch...

Donnerstag, 17.09.2015, 18:09 Uhr

Dafür, dass bereits am nächsten Montag die Registrierungsstelle für Asylsuchende am Flughafen Münster /Os nabrück (FMO) in Betrieb ge­hen soll, und vier Tage zuvor eigentlich noch nichts richtig fertig ist, wirkt Dirk Kleiböhmer von der Bezirksregierung in Münster nicht allzu angespannt. „Man muss das halt sportlich sehen“, sagt er und grinst freundlich. Kleiböhmer ist Fachmann für den Katastrophenschutz, da reizen solche Herausforderungen vermutlich.

Vier Messezelte stehen ne­ben dem Terminal 2, das größte misst stattliche 165 mal 50 Meter. Hier also sollen bis irgendwann Mitte 2016 die Asylsuchenden registriert werden.

Die Reglement sieht ei­gentlich vor, dass das in den Erstaufnahmeeinrichtungen passiert. Die aber sind durch die vielen Flüchtlinge hoffnungslos überfordert. Also wird jetzt nach Alternativen gesucht, weil bei der Unterbringung der Menschen derzeit nicht mehr viel nach Regelbetrieb läuft. Eine Alternative ist eben die Einrichtung der zentralen Registrierungsstellen. Drei soll es davon in NRW geben, eine wird in Herford errichtet, eine weitere irgendwo im Rheinland und die dritte eben in Greven am FMO. Alle drei werden landesweit zuständig sein. Wer Kapazitäten hat, bekommt die nächsten Busse geschickt.

Fügung, Zufall: In Greven hatte unlängst eine große Automesse stattgefunden, kurz bevor der Veranstalter die Zelte einpackte, wurde die Bezirksregierung darauf aufmerksam.

Auf dem großen Areal wird überall gewerkelt, gehämmert, gebohrt und gebaut. Noch stehen nur die Zelte, das Innenleben fehlt – und der Winterschutz . Vier Tage noch ...

„Geplant ist, dass in dem großen Zelt 1000 Menschen pro Tag registriert werden“, sagt Kleiböhmer. Sie würden mit Bussen nach Greven gebracht, gäben dort ihre Personalien und Fingerabdrücke ab, würden fotografiert dann in die Unterkünfte zurückgebracht. Die Flüchtlinge sollen in Gruppen zu jeweils rund 300 ankommen. 40 Sachbearbeiter werden vor Ort sein. Das können Po­lizisten, Soldaten oder freiwillige Helfer sein.

Die Registrierung genießt eine hohe Priorität. Weil erst damit das Asylverfahren eingeleitet wird und die Menschen zentral erfasst werden. Das wiederum ist auch für NRW wichtig. Zur Ermittlung der eigenen Quote und dem Verteilungsschlüssel zwischen den Bundesländern.

 Wann die anderen beiden Registrierstellen einsatzbereit sind, steht noch nicht fest. „Es sollte nur schnellstmöglich sein“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

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