Brandserie in Ahaus und Umgebung: Ermittlungen laufen
Polizei geht von Serientäter aus

Ahaus -

Acht Mal hat es seit Anfang Juli in verschiedenen Ortsteilen von Ahaus und Vreden gebrannt – in einem Umkreis von nur etwas mehr als zehn Kilometern und immer in den frühen Morgenstunden. Am Montag hat es – wie berichtet – eine Gärtnerei in Ottenstein getroffen. Es entstand Sachschaden in Höhe von 250 000 Euro. Bei den Ermittlungen an der Brandstelle wurden Hinweise gefunden, die auf eine vorsätzliche Brandstiftung schließen lassen.

Dienstag, 06.10.2015, 19:10 Uhr

Die Brandserie  rund um Ahaus und Vreden – hier eine Gaststätte in Ellewick – beunruhigt mittlerweile viele Bewohner der beiden Städte.
Die Brandserie  rund um Ahaus und Vreden – hier eine Gaststätte in Ellewick – beunruhigt mittlerweile viele Bewohner der beiden Städte. Foto: kip-pic

Die Polizei geht von einem Serientäter aus. Die Feuerwehr ist angesichts der ungeklärten Brandserie besonders gefordert. Die Polizei hat nun eine eigene Ermittlungskommission gebildet, die sich mit den Fällen befasst. „Schon wegen der räumlichen und zeitlichen Nähe“, sagt Polizeipressesprecher Frank Rentmeister .

Zuerst brannte es im Vredener Kirchdorf Lünten: Eine Gärtnerei wurde dort Anfang Juli Raub der Flammen. Es folgten eine Scheune, zwei Gaststätten, eine Halle, in der Wohnmobile und Oldtimer untergestellt waren, eine Werkstatt und ein Auto in einer Garage. Bis auf den Brand in der Werkstatt wurde die Feuerwehr immer in den frühen Morgenstunden alarmiert. Zwischen 3.50 und 6.30 Uhr gingen die Notrufe ein.

Bis auf den Brand in einem der Gasthäuser sowie den jüngsten Brand in der Gärtnerei, bei dem das Geschäftsgebäude völlig niederbrannte, geht die Polizei in den sechs weiteren Fällen von Brandstiftung aus.

Der Schaden geht inzwischen in die Millionen: Rund 750 000 Euro Schaden waren beim Brand in der Fahrzeughalle entstanden. 300 000 Euro Schaden waren bei dem Brand im Gasthaus Denno in Ellewick Mitte September entstanden. Besonders tragisch: Eine Bürgergenossenschaft hatte die Gaststätte mit viel ehrenamtlichem Engagement erst im vergangenen März wiedereröffnet. Provisorisch sind sie erst einmal in der Ellewicker Schützenhalle untergekommen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir uns nicht dem Schicksal ergeben. Also Kopf hoch und weitermachen“, sagte Daniel Terwersche von der Bürgergenossenschaft. In jedem Fall will die Bürgergenossenschaft weitermachen. Dort können sie wenigstens ihren Betrieb aufrecht erhalten. Mit rund 250 000 Euro Schaden rechnet die Polizei bei dem Brand in der Ottensteiner Gärtnerei. Wie es mit dem Familienbetrieb dort weitergeht, mochten die Inhaber nicht abschätzen.

Einmal entkam ein Bewohner nur knapp den Flammen. Sonst blieb es bei den hohen Sachschäden; Mittlerweile geht die Angst um in der Region. Sowohl Anwohner als auch die Feuerwehren sind besorgt. Helmut Tenspolde ist stellvertretender Feuerwehrführer in Vreden. Er gehört seit 30 Jahren zum Löschzug Ammeloe und hatte auch beim Brand in Lünten die Einsatzleitung. Er kann sich nicht daran erinnern, dass es in der Gegend einmal eine vergleichbare Brandserie gegeben hat. Er räumt ein, dass man als Feuerwehrmann momentan durchaus mit Sorge ins Bett gehe. Das will der Ahauser Feuerwehrchef Berthold Büter so nicht bestätigen. Auch, um keine Unruhe zu schüren. „Spekulationen führen zu nichts“, sagt er. Die Feuerwehr sei ohnehin ständig alarmbereit.

Die Polizei ermittelt derweil in jede Richtung. Sie bittet dringend um alle nur möglichen Hinweise. „Schon die kleinste Beobachtung könnte den Ausschlag für die Ermittlungen geben“, sagt Rentmeister.

Die Polizei bittet um Mithilfe. Vor allem unbekannte Personen oder Fahrzeuge sollen der Kriminalpolizei gemeldet werden ( ✆ 02561 9260).

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