Mehr Geld für den Regionalverkehr
Berlin bessert nach: Der münsterländische Zweckverband will von dem Kuchen ein großes Stück abhaben

MünsterlandDer Bund pumpt ab kommendem Jahr mehr Geld in den regionalen Schie nenpersonen-Nahverkehr . Acht Milli­arden Euro sollen es 2016 sein, danach gibt es jährlich 1,5 Prozent mehr. Derzeit läuft sich der Betrag auf 7,3 Milliarden Euro. Von dem Plus kommen 2016 – wenn der Bundesrat zustimmt –, rund 120 Millionen Euro in NRW an. Derzeit belaufen sich die nordrhein-westfälischen Regionalisierungsmittel auf 1,2 Milliarden Euro, 2016 sollen es dann 1,32 Milliarden Euro sein. Das ist viel Geld, das ist vor allem auch eine rosige Perspektive.

Freitag, 20.11.2015, 17:11 Uhr

Lisa Stetzkamp (Grafik)
  Foto: Lisa Stetzkamp

Vor deren Hintergrund hat sich auch der hiesige Zweck verband Schienen-Personen-Nahverkehr (ZVM) hingesetzt, den Bleistift gespitzt und in Abstimmung mit dem westfälisch-lippischen Dachverband ei­ne Liste von Münsterland-Projekten aufgelegt, die nicht allesamt neu sind, mit deren Umsetzung aber mit Blick auf den Geldregen am besten schon im kommenden Jahr begonnen werden sollte. Noch ist all das ein Wunschkonzert, bei dem die Verkehrskommission des münsterischen Regionalrates seit ein paar Wochen den Takt angibt: Im Dezember soll daraus eine offizielle Meldung für den ÖPNV-Bedarfsplan 2016 werden.

Ganz oben auf der Liste: der zweigleisige Ausbau der Stecke Münster-Lünen. Unmittelbar danach folgen – wenig überraschend – die Reaktivierungen der WLE-Strec ke zwischen Münster und Sendenhorst und der Tecklenburger Nordbahn zwischen Osnabrück und Recke.

Elektrifiziert werden soll die Strecke Bocholt - Wesel. Müsste dort nicht mehr umständlich von E- auf Diesellok gewechselt werden, wäre die Zeitersparnis derart groß, dass der ZVM mit einem bis zu 50 Prozent höheren Fahrgastaufkommen rechnet. „Offen ist allerdings noch, was mit dem Gewerbepark Bocholt geschehen soll“, sagt ZVM-Geschäftsführer Micha­el Geuckler auf Nachfrage. Dort liegen zwa r Gleise, nur fährt da kein Güterzug; zu umständlich ohne Strom.

Elektrifiziert werden soll auch die Verbindung von Münster nach Enschede. Das ist nicht neu. Neu aber ist die Perspektive. Die Niederländer elektrifizieren viel, derzeit die Verbindung nach Zwolle und Groningen. „Das böte die Chance, künftig von Münster über Enschede in die beiden Städte durchfahren zu können“, erklärt Geuck­ler.

Neben Geschwindigkeitserhöhungen auf den Strecken Münster - Rheda-Wiedenbrück und Bad Bentheim - Rheine - Osnabrück (hier von 140 auf 160 Stundenkilometer zur Kapazitätserhöhung) und der Reaktivierung des derzeit noch toten Gleises 21 im münsterischen Hauptbahnhof aus gleichen Gründen möchte der ZVM zahlreiche Stationen modernisieren. Auf der Liste finden sich 33 Einzelprojekte, bei de­nen es vor allem darum geht, die Zugänge behindertengerecht zu gestaltet.

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