Mordserie reißt nicht ab
Weitere Tote in Heidelberg

Heidelberg -

Mit dem Mord an Erika Kunze Ende Oktober 1974 und mit der öffentlichen Fahndung in „Aktenzeichen XY“ im April 1975 reißt die Serie der Frauenmorde im Münsterland abrupt ab. Stattdessen werden nun junge Frauen rund um Heidelberg Opfer eines Sexualmörders, der jedoch noch brutaler zu Werke geht.

Mittwoch, 02.12.2015, 10:10 Uhr
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  • Mit diesem Phantombild hat die Polizei den Täter gesucht. Er müsste jetzt Mitte bis Anfang 60 sein.

    Foto: Polizei
  • Edeltraud van Boxel aus Münster ist 1971 wohl das erste Opfer des „Münsterlandmörders“.

    Foto: Polizei
  • Die schwarze Tasche des Mordopfers.

    Foto: Burkert, Steffen
  • In einem VW-Käfer wurde das Opfer transportiert.

    Foto: Jürgen Lüken
  • Barbara Storm wurde nur 20 Jahre alt. Sie starb zwischen dem Abend des 15. Mai und dem 17. Mai

    Foto: Polizei
  • Die weinrote Handtasche von Barbara Storm bleibt verschwunden, ebenso ein weiß-rotes Kosmetiktäschchen. Die Handtasche war aus Kunstleder (Skai) mit langem Schulterriemen.

    Foto: Polizei
  • Dieses Plakat hat Kriminalhauptkommissar Poll schon als Achtjähriger berührt.

    Foto: Westörp, Werner
  • Marlies Hemmers aus Nordhorn wollte nach Wien trampen. Nahe Dülmen wurde ihre Leiche gefunden.

    Foto: Polizei
  • In der Franzosenschlucht trennt sich Marlies Hemmers von ihrem Freund, um alleine weiterzureisen.

    Foto: GN-Archiv
  • Das vierte und letzte Opfer im Rahmen der Mädchenmorde im Münsterland war im Oktober 1974 Erika Kunze.

    Foto: Polizei
  • Das Buch „Jugend und Krise“ von Erik H. Erikson hatte sich Erika Kunze am Tag ihres Verschwindens in der Unibücherei ausgeliehen.

    Foto: Westdörp, Werner
  • Eine Plastiktasche mit Blütenmuster, mit der Erika Kunze Bücher transportierte.

    Foto: Polizei
  • An den schwarz markierten Orten wurden die vier Frauen zuletzt gesehen, die roten Punkte kennzeichnen die Leichenfundorte.

    Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp

Fakt ist: Erneut sind die Opfer zwischen 18 und 20 Jahre alt, wieder sind sie als Anhalterinnen unterwegs.

Die Möglichkeit, dass der Mörder aus dem Münsterland jetzt im Raum Heidelberg agiert, wird von den Nordhorner und Münsteraner Ermittlern als „gut denkbar“ angesehen. Auffallend der Rhythmus der Morde: jeweils zu Semesterbeginn (was keine Bedeutung haben muss), Mitte September 1975, Ende April 1976, Oktober 1976 und Ende April 1977. Dann reißt auch diese Serie ab. Im November 1977 gehen die Ermittler erneut über XY an die Öffentlichkeit und treffen sich zum Erfahrungsaustausch: Ohne Ergebnis.

► Monika Sorn: Am 13. September 1975 wird sie in Hembach bei Heidelberg als Anhalterin gesehen. Die 19-Jährige ist zierlich, hat langes, blondes Haar. Sie wird später in einem Waldstück gefunden.

► Maria-Elsa Scholte: Am 30. April 1976 macht sie Autostopp in Heidelberg. Die 20-Jährige mit dem schulterlangen mittelblonden Haar wird in einem Wäldchen aufgefunden.

► Monika Pfeifer: Die 18-jährige schlanke Blondine wird zuletzt am 11. Oktober 1976 als Anhalterin in Heidelberg gesehen. Sie wird drei Monate später tot aus dem Rhein geborgen.

► Maria Theresia Majer wird nur 15 Jahre alt, sieht aber älter aus. Sie verschwindet beim Autostopp am 28. April 1977 in Heidelberg und ist das einzige Opfer mit Kurzhaarfrisur. Ihre Leiche wird auf einem Acker, angelehnt an einen Baum, entdeckt.

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