Luftbilanz: Kein Grund zum Aufatmen
Hohe Belastung mit Stickstoffdioxid

Dessau/Münster -

Über Deutschland herrscht weiter dicke Luft: Trotz Umweltzonen und Katalysatoren werden Grenzwerte sowohl beim Feinstaub als auch beim Stickstoffdioxid in Städten an vielen Tagen deutlich überschritten. Auch die Belastung durch Ozon war im vergangenen Jahr „überdurchschnittlich hoch“, wie das Umweltbundesamt am Freitag in Dessau mitteilte.

Freitag, 29.01.2016, 17:01 Uhr

Autoabgase sorgen  im Wesentlichen für die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid. dpa
Autoabgase sorgen im Wesentlichen für die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid. Foto: dpa

Dabei ist die Belastung durch Stickstoffdioxid in Nordrhein-Westfalen mit am höchsten: An zwölf von 55 Messstationen wurde 2015 der Jahresmittel-Grenzwert überschritten. Am höchsten war die Stickstoff-Bilanz in der Kölner Innenstadt mit 66 Mikrogramm pro Kubikmeter, gefolgt von einer Stelle in der Düsseldorf Innenstadt mit 53 Mikrogramm. Der Grenzwert liegt bei 40 Mi­krogramm pro Kubikmeter.

Eine der zwei Messstationen in Münster, die sich an einer viel befahrenen Einfahrtsstraße befindet, liegt mit einem Mittelwert von 39 Mikrogramm nur knapp unter dem Grenzwert. Bundesweit den höchsten Wert meldete Stuttgart mit 87 Mikrogramm. „Es ist erwiesen, dass vor allem der Straßenverkehr und die Verbrennungsprozesse in Industrie, Energiewirtschaft und Haushalten die Luftbelastung erhöhen“, sagt Laura Schoen, Sprecherin des Umweltbundesamtes.

Ein Kommentar zum Thema

„Vor allem Dieselfahrzeuge erhöhen die Stickstoffoxid-Werte.“ Dabei gibt es ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: Am reinsten ist die Luft in der Eifel (sechs Mikrogramm) und in Netphen im Rothaargebirge. Auch der Raum Soest weist niedrige Werte auf. Stickstoffdioxid kann Schleimhäute angreifen und Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen auslösen. Stickstoffdioxid entsteht als Nebenprodukt bei Verbrennungsprozessen – vor allem in Fahrzeugmotoren.

Während es wetterbedingt auch beim Ozon im vergangenen Jahr eine überdurchschnittliche Belastung gab, sind die Feinstaub-Werte in Nordrhein-Westfalen leicht gesunken: Alle 67 Messstationen lagen 2015 unterhalb des Grenzwertes. Am schlechtesten sind dabei die Werte in Gelsenkirchen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3769039?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F4848620%2F4848632%2F
Das große Jucken
Die Stiche und Bisse von Insekten sind für Laien mühsam zu identifizieren.
Nachrichten-Ticker