„Ich hatte ein Zockverbot“
Münsteraner Leon Windscheid gewinnt eine Million Euro bei „Wer wird Millionär?“

münster -

E r ist der zweite Münsteraner, der bei „Wer wird Millionär?““ den Hauptgewinn geholt hat. Unser Redaktionsmitglied Stefan Werding hat Leon Wind­scheid vieles gefragt – nur nicht, was er mit dem Geld macht.

Donnerstag, 21.01.2016, 17:01 Uhr

Doppelten Grund zum Feiern hatte Leon Windscheid (vorn, 3.v.r.): Mit seinen Freunden schaute er in einer Kneipe die Aufzeichnung der Sendung mit der Millionenfrage an, zudem hat er am heutigen Dienstag Geburtstag.
Doppelten Grund zum Feiern hatte Leon Windscheid (vorn, 3.v.r.): Mit seinen Freunden schaute er in einer Kneipe die Aufzeichnung der Sendung mit der Millionenfrage an, zudem hat er am heutigen Dienstag Geburtstag. Foto: Wilfried Gerharz

Ich möchte Ihnen eine Frage nicht stellen, nämlich die, was Sie mit dem Geld machen.

Windscheid: Hammer. Danke. Hab‘ ich schon 100 Mal beantworten müssen. Schreiben Sie doch was über die „MS Günther“. Wir werden mit dem Geld die „MS Günther“ anschaffen.

Ich kann doch nicht die Fragen stellen, die Sie mir jetzt diktieren.

Windscheid: (lacht) Nein, ich bitte Sie nur darum. Ich bin ja angetreten, um das Boot finanzieren zu können. Mein Bruder, ein Freund und ich sind schon ganz lange in der Partyszene involviert und können jetzt auf so einem Boot etwas ganz Neues machen. Wir glauben, dass es die schönste Stadt der Welt noch ein bisschen schöner macht, wenn wir ein Kultur- und Eventboot auf den Kanal stellen.

Günther Jauch kommt nach Münster, um das Boot zu taufen.

Windscheid: Genau. Der hat das auch nach der Sendung noch mal versprochen, nach Münster zu kommen.

Wo er geboren ist.

Windscheid: Er hat mir gesagt, dass er seit 50 Jahren nicht hier gewesen ist. Er wird dafür das erste Mal, seitdem er hier weggezogen ist, wiederkommen.

Bei welcher Frage hat Ihr Herz am schnellsten geschlagen?

Windscheid: 500 000. Da habe ich den Publikumsjoker gezogen und von allen Zuschauern haben nur 60 abgestimmt. Die waren sich total unsicher. 25 Leute tendierten zu der gleichen Antwort wie ich. Ich war mir zu 80 Prozent sicher. Bei der Millionenfrage habe ich zwar superlange gebraucht, aber ich war mir am Ende zu 99 Prozent sicher. Ich hatte ein Zockverbot von Mutter, Vater, Freundin, allen aus dem Studio. Da habe ich gesagt: „Ich zocke nicht, aber ich versuche, mir das ganz sicher herzuleiten.“ Deswegen hat es so lange gedauert. Aber das war‘s ja auch wert.

Sie haben sich nur mit Boxershorts bekleidet vor Ihren Kumpels auf die Show vorbereitet. Warum?

Windscheid: Jedem, der da mal mitmacht, empfehle ich, dass man sich vorher bewusst wird: Das ist ein maximaler Stress, unter dem man da steht. Wenn man darauf vorbereitet ist, spielt die Angst nicht so eine große Rolle. Für mich war ein Ansatz, mich in eine ungewohnte, peinliche Situation zu versetzen. Also habe ich mich in Boxershorts vor Freunde gesetzt. Sie können sich vorstellen, wie affig das ist und wie die reagiert haben. Aber es hilft mir dabei, mit Fragen unter Stress und in einer ungewohnten Situation umzugehen.

Ich habe beim Bundesverband deutscher Psychologen gefragt, wie hoch das Einstiegsgehalt deutscher Psychologen ist. 3109 Euro. Um eine Million Euro zu verdienen, müsste man dafür 26 Jahre arbeiten.

Windscheid: Sie brauchen nicht weiter rumzurechnen. Es war für mich von Anfang an klar: Ich mache genau das weiter, was ich vorher gemacht habe. Ich schreibe meine Promotion, ich organisiere Veranstaltungen und wir machen die „MS Günter“. Warum sollte ich mich jetzt zur Ruhe setzen? Ich bin 27 Jahre alt und hab Bock auf das, was ich mache.“

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