Schwerpunktkontrollen
Wir sind dran: Unterwegs mit der Autobahnpolizei

Münsterland -

Ihr Wagen sieht aus wie eine langweilige Vertreter-Limousine, doch er voll mit versteckter Technik. Damit machen die Beamten der Autobahnpolizei Jagd auf Raser, Drängler und Telefonierer. Wir haben sie begleitet . . .

Dienstag, 16.02.2016, 06:50 Uhr
Autofahrer im Visier: Die Polizeihauptkommissare Günter Rüschenschmidt (links) und sein Kollege Hartmut Haider schauen auf dem Display ihres Passats ein video an, das sie vorhin auf der Autobahn gedreht haben. Kennzeichen und meistens auch der Fahrer sind gut zu erkennen..
Autofahrer im Visier: Die Polizeihauptkommissare Günter Rüschenschmidt (links) und sein Kollege Hartmut Haider schauen auf dem Display ihres Passats ein video an, das sie vorhin auf der Autobahn gedreht haben. Kennzeichen und meistens auch der Fahrer sind gut zu erkennen.. Foto: Gunnar A. Pier

Manchmal ist es so einfach. „Der telefoniert“, sagt Polizeihauptkommissar Günter Rüschenschmidt knapp. Im Rückspiegel taucht ein Kleinlaster auf, dessen Fahrer das Handy ans Ohr presst. Die daumengroße Videokamera auf der Hutablage nimmt den Übeltäter kurz ins Visier, dann klappt die Leuchtschrift hoch: „Polizei“. Der Kleinlaster folgt den Polizisten auf den nächsten Parkplatz. Er bekommt eine Anzeige. Alltag für die Autobahnpolizei.

Überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand sind den Männern vom Verkehrsdienst ein besonderer Dorn im Auge. Denn diese Faktoren zählen zu den Hauptursachen von schweren Verkehrsunfällen. Drei Menschen starben 2015 allein auf der Autobahn 1 zwischen Osnabrück und Hamm, über 100 wurden verletzt – Anlass für eine Schwerpunktaktion. Seit Monatsbeginn kontrollieren die Beamten besonders auf diesem Abschnitt.

300 PS für die Raser-Jagd

Beamte wie Günter Rüschenschmidt und sein Kollege Hartmut Haider. Ihr Dienstwagen sieht aus wie eine langweilige Vertreterlimousine, doch der Stufenheck-Passat entpuppt sich schnell als sprichwörtlicher „Wolf im Schafspelz“. 300 PS sorgen für Waffengleichheit mit vielen Rowdys, Mini-Kameras vorne und hinten helfen, gerichtsfeste Beweisvideos von Rasern, Dränglern und Telefonierern zu drehen.

Unterwegs mit der Autobahnpolizei Münster

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  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf einem Display in der Mittelkonsole werden die Videos der Kameras angezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier

Der Mann am Steuer des Kleinlasters will das Bild von sich mit Handy am Ohr gar nicht sehen. Geduldig zeigt er die Papiere und hört die Belehrung an. Das ist nicht selbstverständlich: „Das alkoholisierte Fahren ist verpönt“, erklärt Polizeioberrat André Weiß, der die Schwerpunktaktion leitet. „Beim Handy ist das nicht so. Die Einsicht, dass man durch die Nutzung extrem abgelenkt wird und über längere Strecken im Blindflug auf der Autobahn unterwegs ist, ist leider nicht so gegeben. Aber wir sind dran.“

1200 Raser in anderthalb Wochen

Rüschenschmidt und Haider steigen wieder in ihren unscheinbaren Rennwagen und reihen sich in den Verkehr ein. Das machen sie fast täglich. Doch statt verteilt auf den vielen hundert Autobahnkilometern zu kontrollieren, nehmen sich die Beamten des Verkehrsdienstes immer wieder Abschnitte vor. Die Leute sollen sehen, dass kontrolliert wird. Vielleicht sogar einsehen, welcher Gefahr sie sich aussetzen. Allein in den ersten anderthalb Wochen der vermehrten Kontrollen auf der A1 wurden 1200 Geschwindigkeitsverstöße aktenkundig. Meistens schnappte die mobile Messanlage zu. Die „Radarkarre“, wie Rüschenschmidt und Haider sagen. Auch sie ist Teil der Schwerpunktkontrollen .

Unterwegs mit der Autobahnpolizei Münster

Scharfe Fotos von Dränglern

Weniger augenfällig als die „Blitze“ am Straßenrand sind die Geräte der Kollegen, die den Abstand messen. Die kleinen Kameras stehen an diesem Tag auf einer Autobahnbrücke bei Lengerich und schicken beeindruckende Bilder in einen blauen Bulli hinter den Bäumen. Dort schauen die Polizeihauptkommissare Michael Fritsch und Manfred Pahlen auf vier Monitore mit Messergebnissen, Nummernschildern und knackscharfen Fotos der Fahrer. Zu geringer Abstand gehört zu den Haupt-Unfallursachen.

Und welche Leute fahren am schlimmsten? Darauf weiß Polizeihauptkommissar Haider keine Antwort: „Das kann man nicht an Fahrzeugklasse, Alter oder Geschlecht festmachen.“ Nur eins fällt ihm ein: „Porsche-Fahrer kriegen wir nicht. Die wissen, was sie dürfen.“

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