Kein AfD-Stammtisch in Emsdetten
AfD macht Rechnung ohne den Wirt

Emsdetten -

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AFD) versucht, in Emsdetten Fuß zu fassen. Zu Mittwoch (2.3.) lud sie zum Stammtisch ein, hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Als er erfuhr, wer sich da an seinen Stammtisch setzen wollte, lud Clemens Düsterbeck vom gleichnamigen Hotel die AFD-Anhänger wieder aus.

Dienstag, 01.03.2016, 17:03 Uhr

Kein AfD-Stammtisch in Emsdetten : AfD macht Rechnung ohne den Wirt
Eine geplante AfD-Veranstaltung wurde auch im Januar in Münster abgesagt. Rund 250 Gegendemonstranten versammelten sich dennoch in der Nähe des vorgesehenen Veranstaltungsortes. Foto: Günter Benning

 „Ein Zeichen von Zivilcourage“, sagte die Abgeordnete der Linken, Kathrin Vogler. Sie hatte eine Mahnwache vor dem Hotel angemeldet, die sie nach der Absage des Stammtisches wieder abblies. Vor der Stammtisch-Absage hatte Awo-Vorsitzender Herbert Speemanns den Wirt angeschrieben: „Diesen Nestbeschmutzern dürfe man keine Gelegenheit geben, in unserer Stadt willkommen zu sein.“  

Auch Stefan Westerhorstmann von der ökumenischen Flüchtlingshilfe in Emsdetten meinte, dass man einer Partei wie der AFD, die mit „Hetzparolen gegen Ausländer auf sich aufmerksam macht“,  in Emsdetten keine Plattform bieten dürfe.

Cindy Mieruch, Sprecherin der AFD im Kreis Steinfurt, zeigte sich dagegen besorgt, dass die Angriffe auf Mensch und Material an den Infoständen der AFD  in letzter Zeit an Häufigkeit und Intensität zugenommen hätten. Die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD waren sich indes erleichtert, dass der Stammtisch nicht stattfindet. Sie will ihre Mitglieder künftig intern über die anstehenden Stammtische informieren.  

„Emsdetten ist tolerant, weltoffen und selbstbewusst - hier findet der rechte Rand nur wenig Anklang“, erklärte Matthias Cieslak (CDU). SPD-Chef Dr. Thomas Kock ist stolz, dass  „Emsdetten eine so gute Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen habe“. Dieses Klima müsse unbedingt erhalten bleiben. 

In Münster hatte am 21. Januar 2016 der massiv angekündigte Gegen-Protest eine AfD-Veranstaltung verhindert.

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