Die Quellen unter dem Deckel
Das Mineralwasser-Geschäft war für Salvus zunächst ein Abenteuer

Emsdetten -

Weiße Metalldeckel, ein Zaun drumherum, eine Alarmanlage – wer glaubt, dass die einzigen Mineralwasserbrunnen im Münsterland sanft vor sich hin plätschern, liegt falsch. Betonrohre mit einem Durchmesser von einem Meter führen in Emsdetten 30 Meter tief, um von dort Mineralwasser nach oben pumpen zu können.

Dienstag, 22.03.2016, 09:03 Uhr

Der Start „war abenteuerlich“, sagt Geschäftsführerin Heike Schürkötter über die Salvus-Anfänge, während Betriebsleiter Holger Mathes das „hochwertige“ Wasser preist.
Der Start „war abenteuerlich“, sagt Geschäftsführerin Heike Schürkötter über die Salvus-Anfänge, während Betriebsleiter Holger Mathes das „hochwertige“ Wasser preist. Foto: Wilfried Gerharz

Wenn Salvus-Betriebsleiter Holger Mathes von Wasser spricht, dann unterscheidet er „hochwertiges Wasser“ und „Stadtwasser“. „Hochwertig“, das ist für ihn Mineralwasser. Stadtwasser ist das aus dem Kran. „Hochwertig“, das sei garantiert frei von Pestiziden und Umweltgiften, geschützt vor Einflüssen von außen – vor allem, weil es 60 bis 100 Jahre braucht, um von der Erdoberfläche 30 Meter tief zu sickern. Dabei wird es gefiltert und nimmt die Mineralien auf.

Salvus ist das einzige Unternehmen im Münsterland, das Mineralwasser fördert und verkauft. Aus fünf Brunnen im Umkreis von drei bis vier Kilometern landet das Wasser in einer Halle in einem Industriegebiet. Drinnen rauschen Gabelstapler hin- und her, rasen 17 000 Flaschen pro Stunde durch Maschinen, die sie in 40 Minuten reinigen und neu füllen. 75 Mitarbeiter sind bei Salvus beschäftigt.

Salvus Mineralwasser in Emsdetten

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Dass ausgerechnet in Emsdetten Mineralwasser produziert wird, ist reiner Zufall. Früher wurde dort im Auftrag Sinalco abgefüllt. Als das Unternehmen von den Emsdettenern verlangte, dass die Limonade nicht länger mit Wasser aus dem Kran, sondern mit Mineralwasser hergestellt wird, hatte der damalige Firmenchef Hermann Schürkötter nur zwei Möglichkeiten: Kein Sinalco mehr zu produzieren oder Mineralwasser zu finden. Er entschied sich für den zweiten Weg und machte sich auf die Suche. 1994 hat das Unternehmen die erste Flasche abgefüllt, klebte „Salvus“ aufs Etikett, weil das übersetzt so viel wie „gesund“ oder „heil“ bedeutet.

„Wenn wir damals gewusst hätten, wie mühsam das ist, hätten wir das nicht gemacht“, sagt Geschäftsführerin Heike Schürkötter heute. Denn: Wer Mineralwasser fördern will, kann nicht einfach ein Loch bohren und Wasser in Flaschen füllen. Ein Genehmigungsmarathon, Sorge von Landwirten, die Einschränkungen fürchteten, Neid – der Start war schwierig.

Gleichzeitig muss Salvus darauf achten, dass es seine Quellen nicht „überfährt“, ihnen also Zeit zu lassen, immer wieder mit Wasser vollzulaufen. „Uns ist es sehr wichtig, die Quellen nachhaltig zu behandeln“, sagt Mathes. Schließlich bekommen die Quellen sogar Namen, die nachher in den Super- und Getränkemärkten auf den Flaschen stehen: Salvus, Sawell, Apodis und Marien Brunnen. Das Quellwasser unterscheiden sich in der Mineralisierung, erklärt Mathes. In dem einen befindet sich mehr Natrium oder Kalzium als in dem anderen.

Zu Besuch bei Salvus Mineralbrunnen

Anlässlich des Weltwassertages an diesem Dienstag wirbt die Naturschutzorganisation WWF dafür, Wasser aus dem Hahn zu trinken, weil es 1000 Mal weniger Energie und Rohstoffe benötige. Wer das nicht möchte, solle wenigstens regionales Wasser in Mehrwegflaschen wählen. Und das Umweltbundesamt rät zu Wasser aus dem Kran, weil es viel häufiger kontrolliert werde als Mineralwasser.

Trotzdem erlebt Salvus einen unerwarteten Aufschwung. Vor vier Jahren hatte es schon Pläne, komplett auf PET umzustellen. Doch dann setzten die Emsdettener lieber auf eine schlichte, schicke Retro-Flasche. Heike Schürkötter bezeichnet den Schritt als „Meilenstein des Unternehmens“. Die Glasflasche feiert gerade ein riesiges Comeback. Mittlerweile sind 45 von 100 Flaschen wieder aus Glas. Tendenz steigend.

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