Bohrschlämme auf Altenberger Deponie
„Umweltgefahr ist auszuschließen“

Altenberge -

Als ungefährlich werden die etwa 4110 Tonnen Bohrschlamm deklariert, die 2015 aus Niedersachsen auf die Deponie in Altenberge eingelagert wurden. Die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde hatte dem nach Prüfung zugestimmt.

Donnerstag, 24.03.2016, 17:03 Uhr

Nach wie vor werden auf Deponien in NRW giftige Bohrschlämme aus anderen Bundesländern gelagert, obwohl dies nach Verlautbarungen des NRW-Umweltministeriums nur bis 2013 erfolgt sein sollte, meldet WDR 2 in seinen Nachrichten. So wurden 2015 etwa 4110 Tonnen Bohrschlämme aus Niedersachsen , genauer aus der Grafschaft Bentheim, in der Altenberge Mülldeponie für Haus und Gewerbemüll eingelagert, mit Erlaubnis der zuständigen Bezirksregierung Münster als Aufsichtsbehörde, bestätigt die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGSt) als Betreiber der Deponie.

„Die Altenberger Deponie ist in die Kategorien I und II eingestuft. Dadurch dürfen dort so genannte „nicht gefährliche Abfälle“ mit geringen organischen Anteil eingelagert und entsorgt werden“, erklärte auf WN-Nachfrage Dr. Christel Wies , Abteilungsleiterin für Umwelt- und Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung in Münster.

Von den angelieferten Bohrschlämmen sei keine Gefahr ausgegangen. Das zeige einerseits die lückenlose Dokumentation des angelieferten Abfalls, als auch die stichprobenartigen Kontrolluntersuchungen bei der Anlieferung durch neutrale, zertifizierte Prüfungsbüros, so die Feststellungen der Behörde. So werde bei allen 1000 Tonnen eine Stichprobe durch ein akkreditiertes Büro vorgenommen.

Auch die Quecksilberbelastung lag mit 0,0002 mg pro Liter deutlich unter der Belastungsgrenze. Der Grenzwert der Altenberger Deponie liegt bei 0,02 mg pro Liter“, erklärte Dr. Wies. Eine Überprüfung auf Radioaktivität sei im übrigen kein Standard und werde nur bei konkreten Anhaltspunkte durchgeführt. Die waren hier nicht gegeben. Daher war gegen diese Einlagerung nichts einzuwenden. Auch eine Gefahr für die Umwelt sei auszuschließen. Daher war dieser Bohrschlamm nicht als Sondermüll zu deklarieren und konnte hierher gebracht werden. Bei Einstufung als Sondermüll muss dieser in Deponien der Klasse III oder Untertagedeponie der Klasse IV geschafft werden.

Auch von Seiten der EGST wurde betont, dass die Anlieferung und Endlagerung in Altenberge im Rahmen der strengen Deponievorschriften erfolgt ist. Weitere Einlagerungen von Abfällen dieser Kategorie in Altenberge sind durchaus möglich. Platz wäre genug, sagt man bei der EGST.

Warum diese Abfälle von Niedersachsen nach NRW ausgelagert werden kann Dr. Wies nur mutmaßen. Die Probleme in dem Bundesland sind nicht neu. Es fehlen wohl Deponien

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