Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen
Münsteraner gibt Anschlags-Pläne zu

Münster -

Der erste Prozess im Zusammenhang mit dem Sprengstoff-Anschlag auf den indischen Sikh-Tempel in Essen ist am Freitag vor dem Amtsgericht Münster über die Bühne gegangen.

Freitag, 29.07.2016, 18:07 Uhr

Vermummt betrat der Angeklagte den Saal im Amtsgericht Münster, in dem er sich wegen einer etwaigen Beteiligung am Sprengstoff-Anschlag in Essen verantworten sollte.
Vermummt betrat der Angeklagte den Saal im Amtsgericht Münster, in dem er sich wegen einer etwaigen Beteiligung am Sprengstoff-Anschlag in Essen verantworten sollte. Foto: Oliver Werner

Der 20-jährige angeklagte Münsteraner musste sich aber nicht wegen einer direkten Betei­ligung vor dem Jugendschöffengericht verantworten, sondern wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie Verstoßes gegen das Sprengstoff- und Waffen­gesetz. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt .

Bei dem Anschlag auf den Sikh-Tempel am 16. April waren drei Menschen verletzt worden. Zu diesem Zeitpunkt saß der Angeklagte aber bereits in Unter­suchungshaft. Die Polizei hatte ihn am 27. März fest­genommen, nachdem seine Mutter ihn angezeigt hatte. Sie hatte befürchtet, dass ihr Sohn sich der Terrororganisation Islamischer Staat anschließen könne. Die An­klage warf ihm vor, sich mit weiteren Beschuldigten über „Whats­App“-Gruppen zusam­mengeschlossen zu haben, um Anschläge zu verüben. Auch bei einer Probe­sprengung der Salafisten-Gruppe Anfang Januar soll er dabei gewesen sein. Vor Gericht habe sich der Münsteraner mit deutschem und türkischem Pass in vollem Umfang geständig gezeigt, sagte ein Gerichtssprecher.

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Das Gericht verurteilte ihn zu einer Einheits-Jugendstrafe von 20 Monaten, die aber unter Auflagen ausgesetzt wurde. So muss der 20-Jährige unter anderem an einem Aussteigerprogramm für Islamisten teilnehmen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. In drei Monaten will das Gericht prüfen, ob er sich an alle Auflagen hält. Falls nicht, muss er die Strafe verbüßen.

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