Ausstellung im Naturkundemuseum Münster
„Monster von Minden“ als neue Raubsaurier-Spezies bestätigt

Minden/Münster -

Wie Tyrannosaurus lief er schon auf den Hinterbeinen, lebte aber viele Millionen Jahre früher. Forscher haben einen Fossilienfund aus dem Wiehengebirge genauer untersucht. Nun bestätigt sich, dass das „Monster von Minden“ eine neuentdeckte Art früher Raubsaurier ist.

Donnerstag, 01.09.2016, 15:09 Uhr

Ausstellung im Naturkundemuseum Münster : „Monster von Minden“ als neue Raubsaurier-Spezies bestätigt
Ein Stück vom Raubsaurier-Oberkiefer aus dem Wiehengebirge). Es handelt sich um den größten Raubsaurier, der jemals in Deutschland gefunden wurde. Foto: LWL

Er ist der größte Raubsaurier der jemals in Deutschland gefunden wurde - und der erste seiner Art: 18 Jahre nach der Entdeckung versteinerter Saurierknochen im Wiehengebirge an der nordrhein-westfälischen Grenze zu Niedersachsen haben Paläontologen das sogenannte „Monster von Minden “ eindeutig als erste Spezies einer bislang unbekannten Gattung klassifiziert. Das teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe am Freitag mit.

Dessen ehemalige Mitarbeiter Tom Hübner und Klaus-Peter Lanser haben die riesigen Knochen und Zähne gemeinsam mit Oliver Rauhut , Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München, genau untersucht. Für das Forscherteam steht nun fest: Die neu entdeckte Art aus der Zeit des mittleren Jura vor rund 163 Millionen Jahren gehört zu den ältesten Riesenräubern, die je in Deutschland gefunden wurden. „Das erlaubt uns Rückschlüsse auf die Verbreitung und Entwicklung von Raubsauriergruppen, die wir bislang nur aus China oder Nordamerika kannten“, sagte Lanser am Donnerstag.

Zähne so groß wie Bananen

Die Zähne und Teile des Oberkiefers waren bei der Ausgrabung bereits im Sediment gut erkennbar

Die Zähne und Teile des Oberkiefers waren bei der Ausgrabung bereits im Sediment gut erkennbar Foto: LWL/Albat

Die Forscher tauften die Spezies „Wiehenvenator albati“, was sich zusammensetzt aus dem lateinischen Wort für Wiehengebirgsjäger und dem Namen des Finders, Friedrich Albat. Der Geologe hatte die Fossilien 1998 bei einer Routinebegehung in einem stillgelegten Steinbruch in der Nähe von Minden entdeckt.

Die Überreste bilden zwar kein vollständiges Skelett, sind aber gut genug erhalten, um sich ein Bild zu machen. Der Saurier war nach Angaben der Forscher zwischen acht und zehn Metern lang, kräftig gebaut und mehr als zwei Tonnen schwer - obwohl er noch nicht ausgewachsen war. Imposant auch das Maul des Jägers: Einige der gefundenen Zahnfossilien waren groß wie Bananen und zum Rachen hin gekrümmt.

Knochen in Münster ausgestellt

Da die Knochen des Landbewohners in Meeressedimenten eingeschlossen waren, gehen die Forscher davon aus, dass Wiehenvenator albati zur Zeit des mittleren Jura eine Insel im damals von Wasser bedeckten Mitteleuropa bewohnte. Dort war er keineswegs allein: „Offenbar gab es auf diesen Inseln eine große Bandbreite zum Teil sehr großer Raubsaurier“, sagte der Münchener Paläontologe Rauhut. Deren Artenreichtum habe im mittleren Jura explosionsartig zugenommen. Erst rund 80 Millionen Jahre später entwickelten sich daraus die gigantischen Exemplare der Tyrannosaurier. Doch ähnlich wie sein bekannter Verwandter lief auch schon Wiehenvenator albati auf den Hinterbeinen und besaß nur kurze Vorderläufe.

Die Fundsituation wird in der Ausstellung "Dinosaurier - Die Urzeit lebt!" im LWL-Museum für Naturkunde Münster nachgestellt.

Die Fundsituation wird in der Ausstellung "Dinosaurier - Die Urzeit lebt!" im LWL-Museum für Naturkunde Münster nachgestellt. Foto: LWL/Thomas

Das Gebiet rund um die Fundstelle ist ein wichtiges Grabungsfeld für Fossilienforscher. So fanden die Naturkundler dort hunderte bedeutsame Versteinerungen, unter anderem den Schädel eines Meereskrokodils und eines weiteren Raubsauriers, der sich deutlich vom Wiehenvenator unterscheidet, wie Dino-Experte Lanser sagte.

Wiehenvenator albati hat im LWL-Museum für Naturkunde in Münster ein neues Zuhause gefunden. Seine versteinerten Knochen werden in der Dauerausstellung „Dinosaurier - Die Urzeit lebt“ gezeigt.

Saurierausstellung setzt Akzente bei Feder-Dinos

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  • Die Dinosaurier sind zurück im LWL-Museum für Naturkunde. Auf 850 Quadratmetern machen über 400 Exponate Leben und Evolution von Dinosauriern, vor allem der gefiederten, und anderen Tieren der Urzeit begreiflich. Foto: Oliver Werner
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