Sendeverbot für den NDR
Bilder aus Rörings Stall dürfen nicht mehr verbreitet werden

Saerbeck -

(Aktualisiert) Der NDR darf Filme aus dem Schweinestall von Johannes Röring nicht weiter verbreiten. Das hat der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), dessen Präsident Röring ist, am Mittwoch gemeldet. 

Mittwoch, 12.10.2016, 17:10 Uhr

In den Schweineställen von Johannes Röring (links) und Paul Hegemann schauten sich Experten um.
In den Schweineställen von Johannes Röring (links) und Paul Hegemann schauten sich Experten um. Foto: gap/dpa/keb

Das Landgericht Hamburg hat danach am Dienstag eine einstweilige Verfügung gegen den Sender erlassen. Tierrechtsaktivisten von „ Animal Rights Watch “ (Ariwa) hatten die Bilder 2015 aufgenommen, die „Panorama“ am 22. September veröffentlicht hat. Röring hatte argumentiert, dass auf seinem Betrieb keine Tierschutzverstöße festzustellen seien. Der Hoftierarzt habe das durch eine eidesstatt­liche Erklärung bestätigt.

Zuvor hatte der Kreis Steinfurt mitgeteilt, dass er mit den drei Schweineställen des Bauernfunktionärs Paul Hegemann aus Saerbeck keine Probleme hat. Der Kreis habe den Hof überprüft. Anlass für die Prüfung waren die Panorama-Bilder. „Die Inspektion ergab keine Anhaltspunkte für tierschutzrechtliche Verstöße“, teilte der Kreis mit. Es gebe nur kleinere technische Mängel, die zurzeit behoben würden.

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Ende September veröffentlichte die Tierschutz-Organisation „Animal Rights Watch“ (Ariwa)  Filmaufnahmen aus Ställen von Bauernfunktionären , die in einigen Betrieben erhebliche Verstöße gegen das Tierwohl belegen sollen.

Bauernpräsident Johannes Röring  wehrte sich gegen die Tierquälerei-Vorwürfe .

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Weiter heißt es: „Der ­Gesundheitszustand der Schweine war überwiegend gut. Der Hygienezustand in den Stallungen war ins­gesamt gut.“ Bei Ferkeln sei die Körperoberfläche etwas stärker verschmutzt ge­wesen. Das sei auf gesetzeskonforme, aber nicht zweckmäßige Spaltenböden zurückzuführen. Hegemann hatte nach der Veröffent­lichung eingeräumt, dass es zur Zeit der Aufnahmen „massive Probleme“ in seinem Betrieb gegeben habe, die aber zwischenzeitlich ausgeräumt worden seien.

Bei Röring hatte der Kreis Borken schon direkt nach der Veröffentlichung der Filme keine Auffälligkeiten festgestellt. Die SPD im Kreis Borken hat trotzdem be­antragt, von der Verwaltung über Art und Umfang der Kontrollen in den Betrieben informiert zu werden. Elisabeth Lindenhahn, die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, betont, dass es angesichts der Vorwürfe gegen Massentierhalter dringenden Handlungs- und Informationsbedarf gebe.

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