Ausfälle und Verspätungen bei der Eurobahn
Wie es zu den "massiven Störungen" im September kommen konnte

Dortmund -

André Becker aus Senden wollte nach Hause: Mittwoch, 23.35 Uhr Abfahrt mit der Eurobahn von Dortmund nach Münster. Doch der Zug fällt aus. Becker, selbst Lokführer bei der Deutschen Bahn, ist genervt.

Freitag, 14.10.2016, 18:10 Uhr

Bei der Eurobahn gibt es in jüngster Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit.
Bei der Eurobahn gibt es in jüngster Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit. Foto: Gösmann

Früher war wenigstens jemand da, mit dem man sprechen konnte. „Aber von der Eurobahn ist niemand vor Ort“, schimpft Becker . Darum muss er nachts um 23.30 Uhr seine Frau aus dem Bett werfen, die wiederum ihre Mutter aus dem Bett klingt, damit die auf die Kinder aufpasst, während die Frau ihren Mann vom Bahnhof abholt. Rückkehr zu Hause: halb drei.

Danica Dorawa, Sprecherin der Eurobahn , begründet den ausgefallenen Zug mit einer kurzfristigen Krankmeldung. Es sei aber ein Taxi als Ersatz gefahren. Von dem hat aber Becker nichts erfahren.

„Wir wissen, dass es manchmal nicht so klappt mit der Kommunikation.“ Das sei ein Projekt, an dem die Eurobahn derzeit intensiv arbeite. „Bei Ausfällen oder Störungen im Bahnverkehr werden grundsätzlich alle beteiligten Stellen informiert und bei Bedarf auch ein Ersatzverkehr eingerichtet.“ Leider käme diese Information, wann und wo ein Ersatz für den Zug eingerichtet ist, nicht immer beim Fahrgast an.

Viele Probleme führen zu Ausfällen und Verspätungen

Insgesamt hat die Eurobahn in jüngster Vergangenheit oft Probleme der Pünktlichkeit. Daraus macht Danica Dorawa auch kein Geheimnis. „Vor allem der September war für uns ein ganz schwieriger Monat“, sagt sie. Es habe „massiv mehr Störungen“ gegeben als üblich. Das reiche von defekten Baustellenfahrzeugen, die die Schienen blockierten, Langsamfahrstrecken, und Personen auf den Gleisen mit einen Notarzteinsatz, Oberleitungsschäden bis hin zu Personalengpässen und krankheitsbedingten Ausfällen beim Personal der Eurobahn.

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Vergeblich warteten die Fahrgäste am Mittwochabend auf ihren Zug. Foto: dpa

Vieles seien Probleme, die letztlich nicht der Eurobahn zugerechnet werden könnten – „für Probleme auf den Schienen können wir nichts“. Allerdings, so erklärt die Presssprecherin weiter, „in rund zehn Prozent der Verspätungen liegt die Ursache tatsächlich bei uns.“ Sie könne verstehen, dass die Fahrgäste verärgert sind. Die Eurobahn versuche, das in den Griff zu bekommen.

Keine Besserung in Sicht?

André Becker glaubt nicht an eine Besserung. Klar könne er bei einem Ausfall ein Taxi nehmen, aber das kostet von Dortmund nach Münster 140 Euro. Becker hat Sorge, das Geld für das Taxi nicht wiederzubekommen, seine Erfahrungen mit der Eurobahn sind entsprechend schlecht.

Seit die Eurobahn diese Strecke betreibt, gibt es Probleme.

André Becker

André Becker denkt außerdem auch an Jugendliche, die schon einmal nachts am Bahnhofs stehen. „Von denen wird kaum einer mal so eben 140 Euro auslegen zu können.“ 

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