Gas-Boom ist verpufft
Exxon gibt Sucherlaubnis für das Nordmünsterland zurück

Münsterland -

Der von der Energiebranche erhoffte Erdgas-Boom ist offenbar schon verpufft, ehe der erste Kubikmeter überhaupt gefördert worden ist. 

Donnerstag, 17.11.2016, 18:11 Uhr

 (Archivbild)
 (Archivbild) Foto: Jürgen Peperhowe

Die landesweit als Bergbaubehörde zuständige Bezirksregierung in Arnsberg hat dem Antrag des Exxon-Konzerns stattgegeben, das sogenannt Erlaubnisfeld Nordrhein-Westfalen Nord vorzeitig aufgeben zu dürfen. Ursprünglich lief die Genehmigung lief bis Mai 2018.

Grund: Es gilt als nahezu sicher, dass in diesem, weite Teil des Münsterlandes umfassenden Explorationsfeld, das in Gestein gebundene Gas nur mit Hilfe des Fracking-Verfahrens gelöst werden kann. Nachdem das Land NRW und später auch der Bundestag den Riegel vor dieses umstrittene Verfahren geschoben hat, sieht Exxon offenbar keine Chance mehr, in NRW Gasfelder ausbeuten zu können.

„Der Konzern gibt darüber hinaus auch das Erlaubnisfeld Münsterland West im Norden des Kreises Steinfurt sowie in Ostwestfalen das Feld Herford auf“, sagte gestern Behördensprecher Andreas Nörthen auf Nachfrage.

Zum Thema

Probeförderung der Hammgas war nicht wirklich ergiebig:  Ascheberg gibt kaum Gas

...

Lediglich südlich von Münster behält sich das Unternehmen in den Kreisen Borken, Coesfeld und Warendorf das Recht vor, die Suche womöglich einst beantragen zu dürfen. Dort ist das Gas in Kohleschichten gebunden; in diesen Felder besteht nach Expertensicht die Chance auf eine Förderung ohne Fracking . Das Un­ternehmen Hammgas hat dies unlängst testweise bei Ascheberg-Herbern versu cht.

Weil ähnliche Bodenbeschaffenheiten auch in den Erlaubnisfeldern Ibbenbüren und Minden vorliegen, hält Exxon dort bis zum Laufzeitende in anderthalb Jahren daran fest.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4442505?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F4848620%2F4848622%2F
Nachrichten-Ticker