Eurobahn reagiert auf Probleme
Mit dem Nostalgiezug zur Schule

Drensteinfurt -

Die morgendliche Bahnfahrt zur Schule oder zur Arbeit nach Münster oder Hiltrup war für viele Pendler vor Weihnachten wegen der Fülle äußert unerfreulich. Jetzt hat die Eurobahn reagiert und eine andere Firma beauftragt, einen Sonderzug einzusetzen. Doch die Waggons des Unternehmens „Centralbahn“ sind uralt.

Mittwoch, 11.01.2017, 06:01 Uhr

Die Centralbahn schickt in der Regel historische Sonderzüge auf die Reise. Jetzt sind die Jahrzehnte alten Waggons auch im morgendlichen Berufsverkehr zwischen Hamm und Münster eingesetzt.
Die Centralbahn schickt in der Regel historische Sonderzüge auf die Reise. Jetzt sind die Jahrzehnte alten Waggons auch im morgendlichen Berufsverkehr zwischen Hamm und Münster eingesetzt. Foto: Eisenbahnfreunde Lengerich/Oberhoff

Als vor Weihnachten wie berichtet – wegen eines fehlenden Triebwagens im morgendlichen Schüler- und Berufsverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Drensteinfurt und Münster tagtäglich das Chaos ausbrochen war, hatte es Kritik an der Eurobahn gehagelt. Jetzt hat das Unternehmen reagiert. Seit Schulbeginn nach den Weihnachtsferien taucht auf der Homepage der Eurobahn direkt die Meldung auf: „RB 89 Zusatzzug für Schüler und Pendler ! Ab dem 9. Januar bis einschließlich 20. Januar, wird von Montag bis Freitag ein zusätzlicher Zug um 6.39 von Hamm (Westfalen) nach Münster (Westfalen) verkehren. Der planmäßige Zug um 6.50 Uhr (Zug-Nr. 90056) kann kurzfristig und vorübergehend nicht in der gewohnten Doppeltraktion verkehren.“

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Durch diese Maßnahme ist die Situation zunächst einmal entschärft worden. Doch das Wie, wie die Eurobahn ihr Problem bis zum 20. Januar gelöst hat, sorgte bei den Bahnreisenden für Verwunderung. Die Firma Keolis , der Mutterkonzern der Eurobahn, hat das Unternehmen Centralbahn mit Sitz im schweizerischen Basel beauftragt, den Entlastungszug um 6.39 Uhr ab Hamm zu stellen. Die Centralbahn hat in Deutschland eigentlich nur Sonderzüge für „Firmenfahrten, Betriebs- und Schulausflüge, Messe- und Sportsonderzüge, Jubiläums- und Partyfahrten, aber auch für edle Gourmet-Speisewagen-Züge und luxuriöse Events“ im Angebot, wie im Internetauftritt der Centralbahn zu lesen ist. In Drensteinfurt rollten am Montag um kurz vor Sieben nostalgische Waggons aus den 1970-er Jahren an, in denen es keine Fahrkartenautomaten gibt.

Die Eurobahn

Die Eurobahn ist ein Tochterunternehmen des französischen Keolis-Konzerns, der wiederum zur Staatsbahn SNCF gehört. Seit 1999 ist Keolis unter dem Namen Eurobahn in Deutschland aktiv und betreibt drei Netze in Nordrhein-Westfalen und Nordhessen. Nach eigenen Angaben hat sich das Unternehmen in dieser Zeit zum größten privaten Anbieter im öffent­lichen Schienenpersonennahverkehr in NRW entwickelt. Zum Unternehmen gehören mehr als 300 Zugführer und Zugbegleiter. Das Unternehmen befördert täglich 70.000 Reisende. Die Leitung des operativen Geschäfts erfolgt an den Standorten in Bielefeld, Hamm und Düsseldorf. Wiederholt ist die Eurobahn in die Kritik ge­raten. Immer wieder fällt sie durch Verspätungen und Zugausfälle auf. Das Unternehmen hat bereits mehrfach Personalprobleme eingeräumt. (Elmar Ries)

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Der im Münsterland für „die Bestellung von Nahverkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr“ zuständige Zweckverband Münsterland“ (ZVM) ist erst einmal froh, dass morgens wieder alle Pendler und Schüler einen Platz im Zug nach Hiltrup und Münster bekommen. „Aber wir sind trotzdem unzufrieden mit der Situation“, sagt ZVM-Angebotsplaner Markus Rümke, denn man wisse nicht, was ab dem 23. Januar passiere. „Wir wirken darauf hin, dass die Eurobahn ihre Verträge einhält. Das heißt, dass der Zug der Eurobahn um 7.02 Uhr ab Drensteinfurt dann in Doppeltraktion mit über 400 Plätzen fährt“, so Rümke. Die Eurobahn müsse dann im Gegensatz zur derzeitigen Lösung in doppelter Länge fahren. Ob die Eurobahn dies tun werde, vermochte der ZVM-Mann aber nicht zu sagen.

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