Großauftrag für münsterländische Möbelbauer
Prominenter Besuch in Vreden: Apple-Chef beim Möbel-Hersteller

Vreden/Cupertino -

Apple-Chef Tim Cook kam auf Partner-Besuch nach Deutschland in einer komplizierten Zeit. In den USA macht Präsident Donald Trump mächtig Druck, US-Firmen sollen Jobs zuhause schaffen. America first. In Europa steht Apple im Visier der EU-Kommission, die eine Milliarden-Steuernachzahlung in Irland fordert.

Dienstag, 07.02.2017, 16:02 Uhr

Großauftrag für münsterländische Möbelbauer : Prominenter Besuch in Vreden: Apple-Chef beim Möbel-Hersteller
Das Bild zeigt Apple-Chef Tim Cook (M.) während eines Rundganges durch die Produktionshalle des auf Ladenbau spezialisierten Unternehmens Dula in Vreden. Foto: dpa

Die deutschen und europäischen Zulieferer des iPhone-Konzerns sind Tim Cook "der Schüssel für Apples Erfolg, sie werden der Schlüssel für Apples Erfolg auch in der Zukunft bleiben“, sagte der Apple-Chef am Dienstag beim Besuch des Möbel-Herstellers Dula in Vreden.

Dula baut die Tische und andere Möbel für die Apple Stores in Europa und anderen Ländern - und wird auch die neue gewaltige Zentrale des Konzerns in Cupertino ausrüsten. Die Möbelbauer aus Vreden zeigten Cook auch seinen noch unfertigen künftigen Chef-Tisch - wie die Möbel der Apple-Läden mit Eiche aus dem Spessart furniert. „Es gibt nichts Vergleichbares mit deutscher Handwerkskunst“, lobte Cook.

dpa_12C

Apple-Chef Tim Cook (r.) spricht mit Dula-Geschäftsführer Heinz-Herbert Dustmann und seiner Ehefrau Marisa. Foto: dpa

US-Präsident Donald Trump war mit dem Versprechen gewählt worden, mehr Jobs nach Amerika zu bringen. Diverse Konzerne kündigten bereits an, Arbeitsplätze in Amerika zu schaffen und gaben zum Teil auch Ausbau-Projekte in anderen Ländern auf. „Europa ist unglaublich wichtig für Apple“, betonte Cook. Der Konzern habe in Europa insgesamt 4600 Zulieferer - „und wir gaben im vergangenen Jahr elf Milliarden Euro bei ihnen aus“.

Nebenbei wurde auch die Eröffnung eines weiteren Apple Stores in Köln bekannt. Der Apple-Chef ist derzeit auf einer Europa-Tour und kam nach Deutschland aus Frankreich. Der Konzern ist unter stärkerem politischem Druck in Europa nach der Forderung der EU-Kommission, über 13 Milliarden Euro Steuern an Irland nachzuzahlen. Apple und Irland weisen die Forderung als falsch zurück und zogen dagegen vor Gericht.

Interview

Cook sprach des Besuchs in Vrden auch über aktuelle Themen:

Wie sicher sind die Beziehungen mit Zulieferern wie Dula in einer Zeit, da es in den USA politischen Druck gibt, Jobs zuhause zu schaffen?

Tim Cook: Dula ist einer von 800 Zulieferern in Deutschland. Unsere Kooperation mit Dula reicht schon zehn Jahre zurück. Das ist etwas langfristiges, es ist keine kurzfristige Sache, wir haben eine Partnerschaft. Und mit vielen anderen Zulieferern ist es genauso. Sie sind der Schüssel für Apples Erfolg, sie werden der Schlüssel für Apples Erfolg auch in der Zukunft bleiben. Europa ist unglaublich wichtig für Apple.

Aber kann sich Apple der Diskussion in USA entziehen?

Cook: Ich denke, in der Debatte über Handelsschranken kommt das eigentliche Problem zu kurz: Dass die Globalisierung nicht allen geholfen hat. Sie tat Dula gut, sie tat Apple gut. Sie hat App-Entwicklern geholfen - so ist durch uns eine Viertelmillion Jobs in Deutschland entstanden. Aber eben nicht alle haben von der Globalisierung profitiert.

dpa_1

Apple-Chef Tim Cook (l.) betrachtet während des Rundganges durch die Produktion mit Projektmanager Helmut Hollekamp (M.) ein Möbelteil. Foto: dpa

Ich denke, wir sollten daran arbeiten, dieses Problem zu lösen - aber Handelsschranken beheben es nicht, sie schaffen nur neue Probleme. Die Welt ist verbunden. Und wir leben in einer Welt, in der ein Land nur gewinnen kann - besonders ein großes Land - wenn alle gewinnen.

Könnte dann die Innovation in Europa noch wichtiger für Apple werden, wenn die Pläne zur Eindämmung der Einwanderung in die USA greifen?

Cook: Wir haben unsere Meinung zu den aktuellen Einreiseverboten klargemacht. Wir denken, sie sind falsch und wir unterstützen sie nicht. Ich bin zuversichtlich, dass am Ende das Richtige passieren wird. Ich würde den Ereignissen also nicht vorgreifen wollen. Aber wird sind sehr stark dafür, das gute Leute sich frei von Land zu Land bewegen können, das ist im Interesse aller.

In Deutschland gibt es bisher weder den Bezahldienst Apple Pay noch die Nachrichten-App Apple News, Siri versteht Deutsch oft schlechter als Englisch. Wie wichtig ist der deutsche Markt für Apple?

Cook: Bei allem, was es hier noch nicht gibt - da können sie davon ausgehen, dass wir daran arbeiten. Der deutsche Markt ist für uns sehr wichtig. Wir wollen hier großartige Partnerschaften mit Zulieferern haben und auch die deutschen Kunden so bedienen, dass sie glücklich sind. Und wir werden jeden Tag hart daran arbeiten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4613581?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F4848616%2F4848618%2F
Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Nachrichten-Ticker