Pumpen für Klumpen zu schwach
Feuchttücher bereiten der Kläranlage Probleme

Warendorf -

Feuchttücher machen den Pumpen im Warendorfer Klärwerk das Leben schwer. Grund ist offenbar ein größeres Hygienebedürfnis der Warendorfer. Während Toilettenpapier keine Probleme bereitet, verstopfen die feuchten Tücher mit ihren Kunststoff-Fasern die Pumpen.

Donnerstag, 09.03.2017, 07:03 Uhr

Die Reparatur der Pumpe kosten jedes Mal 25 000 Euro. Und die letzte ist erst ein halbes Jahr her.
Die Reparatur der Pumpe kosten jedes Mal 25 000 Euro. Und die letzte ist erst ein halbes Jahr her. Foto: Abwasserbetrieb Warendorf

Laut Verpackung sollen die Tücher problemlos in der Toilette herunterzuspülen sein und sich im Wasser auflösen. Doch der Warendorfer Abwasserbetrieb macht andere Erfahrungen. Auf dem Weg durch die Kanalisation werden die feuchten Tücher ineinander verwirbelt, bis eine zähe Masse entsteht.

Die Klumpen sind von den Pumpen dann nicht mehr zu bewältigen. Es kommt zur Verstopfung. Die Entfernung sei nur durch enormen Mehraufwand möglich, der viel Geld kostet und für den am Ende die Verbraucher wieder geradestehen müssen – nämlich durch gestiegene Abwassergebühren.

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Appell an Verbraucher

25.000 Euro habe die letzte Reparatur der durch die Tücher festgesetzten Pumpe vor einem halben Jahr gekostet, informierte der Leiter des Abwasserbetriebes, Ralf Bücker , am Dienstagabend im Betriebsausschuss. Nun droht wieder Ungemach. Bücker hofft, Werkzeug durch ein Guckloch führen und die Papierklumpen so lösen zu können. Ob das gelingt, ist fraglich.

Ein Verbot von Feuchttüchern fordert Bücker gar nicht erst, weil es nicht durchsetzbar wäre. Doch er appelliert an die Verbraucher, die feuchten Tücher in den Müll zu werfen.

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