NRW-Wahl
Wahlkreise werden überprüft - auch in Altenberge fehlerhafte Ergebnisse

Münsterland -

Eine Woche nach der Landtagswahl in NRW lässt Landeswahlleiter Wolfgang Schellen die Zahlen in allen Wahlkreisen noch einmal kon­trollieren. Es gehe darum, dass alle Stimmbezirke auf Auffälligkeiten bei der Auszählung überprüft werden. Dabei geht es unter anderem um große Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimme oder ungewöhnlich viele ungültige Stimmen.

Dienstag, 23.05.2017, 19:28 Uhr aktualisiert: 23.05.2017, 20:43 Uhr
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: In NRW werden die Ergebnisse in den 128 Wahlkreisen nochmals überprüft.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: In NRW werden die Ergebnisse in den 128 Wahlkreisen nochmals überprüft. Foto: dpa

Hintergrund der Aktion sind außergewöhnlich viele Fehlermeldungen, die vonseiten der AfD eingegangen waren. Nach der Wahl habe es rund ein Dutzend Mails mit Beschwerden gegeben, sagte Schellens Sprecher. Der Landeswahlleiter habe dann Ende vergangener Woche die NRW-weite Überprüfung angeordnet. „Es ist nicht nur die AfD betroffen, sondern es gibt fehlerhafte Ergebnisse für nahezu alle Parteien“.

Betroffen ist auch Altenberge: Dort wurden in einem Wahllokal die Stimmen von CDU und SPD vertauscht. Hier ordnete der Kreiswahlausschuss eine Nachzählung an. Das Ergebnis: die CDU hatte, wie in allen Stimmbezirken, klar das Rennen gemacht – und nicht umgekehrt, wie irrtümlich für das Wahllokal gemeldet worden war. Aber: Auf das Gesamtergebnis im Kreis Steinfurt hat die Panne keinen Einfluss.

Schon in der vergangenen Woche war ein Fall aus Mönchengladbach bekannt geworden. Dort hatte die AfD nach dem vorläufigen Endergebnis 7,6 Prozent der Erststimmen, aber keine Zweitstimme erhalten. Bei einem derart kuriosen Ergebnis wurde die Neuauszählung veranlasst.

Ergebnis: 8,6 Prozent für die extremen Rechten. In Gütersloh wurden in zwei Bezirken die Ergebnisse der AfD und der ADD (Allianz Deutscher Demokraten) bei der Übermittlung vertauscht.

 

Diese 21 Abgeordneten schickt das Münsterland nach Düsseldorf

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  • 21 Abgeordnete werden das Münsterland künftig im Landesparlament vertreten. Hier die Gesichter:

    Alexander Brockmeier (FDP)

    Den kuriosesten Weg in den Landtag hat der Jura-Student aus Rheine. Er war bei der FDP auf Platz 29 der Landesliste gesetzt. Die Liberalen errangen nur 28 Parlamentssitze. Die durch eine Verwechslung auf Platz 24 statt 48 gesetzte Kandidatin Martina Hannen wollte ihr Mandat ursprünglich nicht annehmen und so den Weg frei machen für Brockmeier. Doch kurz vor der ersten Landtagssitzung die 180-Grad-Wende: Hannen nimmt ihr Mandat doch an. Brockmeier muss jetzt darauf hoffen, dass die FDP im September in den Bundestag zieht und dadurch Christian Lindners Sitz im Landtag frei wird.

    Foto: Jona Poggel
  • Markus Diekhoff (FDP)

    Der Drensteinfurter stand auf Platz 20 der Landesliste und schaffte es sicher in den Landtag.

    Foto: mik
  • Henning Höne (FDP)

    Der gebürtige Coesfelder sitzt schon seit 2012 im Landtag. Listenplatz zehn garantierte, dass es dabei auch bleibt.

    Foto: FDP
  • Norwich Rüße (Grüne)

    bewirtschaftet im Nebenerwerb einen Bio-Bauernhof in Steinfurt. Seit 2010 sitzt er im Landtag und kümmert sich hauptsächlich um die Themen Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz und Ernährung. Listenplatz elf bei den Grünen reichte zum erneuten Einzug ins Parlament.

    Foto: Axel Roll
  • Josefine Paul (Grüne)

    Auch die Abgeordnete aus Münster, die auf Platz zwölf der Landesliste stand, zieht erneut in den Landtag ein. Bei den Grünen zog die Liste bis Platz 14.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Helmut Seifen (AfD)

    16 Abgeordnete schickt die Alternative für Deutschland in den Landtag. Einer davon ist Helmut Seifen (rechts im Bild), Schulleiter aus Gronau.

    Foto: Frank Zimmermann
  • Christian Blex (AfD)

    Der Sprecher der AfD im Kreis Warendorf zog durch Platz 14 auf der Landesliste ins Parlament ein.

    Foto: Beate Kopmann (Archiv)
  • Frank Sundermann (SPD)

    Der Sozialdemokrat aus Westerkappeln errang als einziger im Münsterland ein Direktmandat für die SPD. Im Wahlkreis 83 (Steinfurt III) setzte er sich knapp gegen seinen CDU-Konkurrenten durch. Kurios: Am Wahlabend hatte Sundermann seine Niederlage schon eingeräumt . Dann wendete sich das Blatt noch.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • André Stinka (SPD)

    Drei weitere Sozialdemokraten unterlagen in ihren Wahlkreisen bei der Erststimme, rücken aber über die Landesliste ins Parlament. So auch André Stinka aus Dülmen. Der Generalsekretär der NRW-SPD war mit Listenplatz zwölf abgesichert.

    Foto: SPD
  • Annette Watermann-Krass (SPD)

    Die Sendenhorsterin stand auf Listenplatz 13. Weil die Sozialdemokraten NRW-weit nur 56 Direktmandate gewannen, reichte das gerade noch für den Einzug ins Parlament.

    Foto: SPD
  • Svenja Schulze (SPD)

    Die amtierende NRW-Wissenschaftsministerin konnte ihr Direktmandat in Münster (Wahlkreis 85, Münster II) nicht verteidigen. Durch Listenplatz zwei zieht sie dennoch in den Landtag ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Stefan Nacke (CDU)

    Schulze verlor ihr Direktmandat an Stefan Nacke, der den Wahlkreis Münster II künftig vertreten wird. Übrigens: Alle Christdemokraten im neuen Landtag holten ihren Platz über ein Direktmandat. Die Landesliste zog bei der CDU nicht.

    Foto: Oliver Werner
  • Simone Wendland (CDU)

    Auch den anderen Wahlkreis in Münster (84, Münster I) gewann die CDU. Simone Wendland, Rechtsanwältin aus Gelmer, zieht erstmals in den Landtag ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Heike Wermer (CDU)

    Mit 29 Jahren ist die Philologin aus Heek eine der jüngsten Abgeordneten im Landtag. Sie gewann den Wahlkreis Borken II mit 56,3 Prozent.

    Foto: Mareike Katerkamp
  • Wilhelm Korth (CDU)

    Der gelernte Landmaschinenschlosser aus der Bauernschaft Stevede bei Coesfeld errang das Direktmandat im Wahlkreis 79 (Coesfeld I - Borken III).

    Foto: CDU
  • Andrea Stullich (CDU)

    Die Rheinenserin ist Chefredakteurin von Radio RST, dem Lokalsender für den Kreis Steinfurt. Sie holte das Direktmandat im Wahlkreis 82 (Steinfurt II).

    Foto: dpa
  • Christina Schulze Föcking (CDU)

    Die Steinfurterin ist bereits seit 2010 im Landtag. Mit 53,3 Prozent holte sie die Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis 81 (Steinfurt I).

    Foto: Axel Roll
  • Hendrik Wüst (CDU)

    Der ehemalige Landesvorsitzende der Jungen Union ist seit 2005 im Landtag. Der 41-Jährige aus Rhede ist seit sieben Jahren wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er gewann im Wahlkreis Borken I.

    Foto: dpa
  • Dietmar Panske (CDU)

    Im Wahlkreis 80 (Coesfeld II) fuhr der 50-jährige Ascheberger Dietmar Panske mit 49,6 Prozent der Erststimmen einen deutlichen Sieg ein. 

    Foto: Theo Heitbaum
  • Daniel Hagemeier (CDU)

    Der 46-Jährige aus Oelde gewann den Wahlkreis Warendorf I mit 48,1 Prozent. 

    Foto: Jörg Pastoor
  • Henning Rehbaum (CDU)

    Der Münsteraner ist seit 2012 Mitglied des Landtags und errang das Direktmandat im Wahlkreis Warendorf II mit zehn Prozentpunkten Vorsprung. Vor fünf Jahren hatte hier die SPD noch die Mehrheit bei den Erststimmen.

    Foto: Christiane Husmann

 

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