Trommeln fürs Trommeln
Münsteraner macht Werbung für Schlaginstrumente

MÜnster -

Bernhard Winkels und seine Frau Gabriele Drees-Winkels haben eine ungewöhnliche Stiftung gegründet. Der Münsteraner ist ein begeisterter Schlagzeuger. So begeistert, dass er für seine Leidenschaft jetzt die Werbetrommel rührt.

Donnerstag, 29.06.2017, 19:33 Uhr

 Bernhard Winkels hat eine Stiftung gegründet, die Werbung für Schlaginstrumente machen soll.
Bernhard Winkels hat eine Stiftung gegründet, die Werbung für Schlaginstrumente machen soll. Foto: Stefan Werding

Seine Trommeln sind sein Porsche : Bongos, Congas, Cajón, Caxixi, Rahmentrommel, Schlagzeug sowieso. Bernhard Winkels ‘ Leidenschaft sind die Percussions. Darum haben er und seine Frau Gabriele Drees-Winkels das Geld, das andere in ihrem Alter für ein neues Auto ausgeben, in eine Stiftung gesteckt. 50.000 Euro, die helfen sollen, seine Leidenschaft mit noch mehr Menschen zu teilen. Trommeln fürs Trommeln.

Winkels ist überzeugt: Trommeln dient der Verständigung der Menschen untereinander. „Es hilft, Kontakte zu knüpfen und Barrieren zu überwinden“, sagt er. Er erinnert sich noch an einen Workshop in einem Flüchtlingsheim: Vier Nationen und vier Generationen in einem Raum. Von sich selbst weiß er: „Ich war früher selbst ein schüchternes Kerlchen. Aber als ich mit 16 angefangen bin, Schlagzeug zu spielen, ging die Post ab. Plötzlich hatte ich das Selbstbewusstsein und alles, was es braucht, um erfolgreich zu sein.“

Trommeln für das Selbstbewusstsein

Seine Vision beschränkt sich aber nicht auf Kinder und Jugendliche. Er ist überzeugt, dass es sich auch für alte Menschen lohnt, sich an das Trommeln heranzutrauen. Es könnte Menschen eine Chance auf Kultur auch im hohen Alter bieten. Und natürlich jede Menge Spaß.

Trommeln fürs Trommeln

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  • Bernhard Winkels ist ein begeisterter Percussionist aus Münster. Er hat mit seiner Frau die Stiftung bo59-persussion-Stiftung gegründet. Jahrelang hat er bei T-Systems gearbeitet, jetzt will er wieder viel trommeln.

    Foto: Stefan Werding
  • Bernhard Winkels ist ein begeisterter Percussionist aus Münster. Er hat mit seiner Frau die Stiftung bo59-persussion-Stiftung gegründet. Jahrelang hat er gearbeitet, jetzt will er wieder viel trommeln

    Foto: Stefan Werding
  • Sein Keller ist vollgestopft mit allen möglichen Instrumenten und Geräten zum trommeln wie die ...

    Foto: Stefan Werding
  • Trommeln fürs Trommeln Foto: Stefan Werding
  • ...Schlagzeugen...

    Foto: Stefan Werding
  • Muscheln...

    Foto: Stefan Werding
  • ... Trommelstöcken...

    Foto: Stefan Werding
  • Trommeln fürs Trommeln Foto: Stefan Werding
  • ...Noten.

    Foto: Stefan Werding
  • Trommeln fürs Trommeln Foto: Matthias Ahlke

Winkels war zunächst darauf getrimmt, Musiklehrer zu werden. Das klappte dann nicht, weil er am Ende seines Studiums einen Brief von der Bezirksregierung bekam. Darin stand, dass Bewerbungen von ihm und anderen fast fertigen Referendaren „der Vernichtung zugeführt werden“. Die Mühe konnte er sich also sparen – obwohl er schon jahrelange Erfahrung als Musikschullehrer an vier Schulen gesammelt hatte.

Heute ist er froh, dass er sich damals von dem Job komplett verabschiedet hat. „Honorarkräfte fahren heute für 25 Euro pro Stunde durch die ganze Stadt, bekommen keine Fahrtkosten erstattet, kein Urlaubsgeld und in der Regel auch im Krankheitsfall kein Geld“, beschreibt der Stifter den fast schon prekären Alltag der Musiker. Darum hofft er, mit der Stiftung das Interesse am Trommeln und damit auch die Nach­frage nach Unterricht zu erhöhen, um die Position von Musiklehrern zu verbessern. Irgendwann möchte er, dass die Stiftung auch selbst Lehrer beschäftigen kann, die sie dann „anständig“ bezahlen will.

Ereignisse schaffen und Mittel sammeln

Der langjährige Bereichsleiter bei T-Systems sagt über sich: „Ich hatte das große Glück, dass ich immer Spaß hatte an dem, was ich gemacht habe“. Nie ernsthaft krank geworden zu sein, sei ein Geschenk, das er gerne weitergeben möchte. Der Tod der vier Eltern des Paares habe das Stifterpaar noch zusätzlich darin bestärkt, dass es sinnlos ist, Geld bei der Bank zu stapeln.

Die 50.000 gestifteten Euro liegen jetzt fest, Projekte sollen helfen, das Vermögen zu vermehren, um es fürs Trommeln ausgeben zu können. Darum hat Winkels ein paar Wochen nach seinem vorzeitigen Ruhestand schon viele Ideen. Die ersten gespendeten 2500 Euro warten nur drauf, aufs gerade erst angelegte Konto übertragen zu werden. 630 Euro davon haben seine ehemaligen Mitarbeiter zu seinem Abschied gespendet.

„Jetzt geht es an die Arbeit, um die Stiftung erfolgreich zu machen,“ sagt der Münsteraner. Das bedeutet: Ereignisse schaffen und Mittel sammeln. Vor einer Woche hat Hakim Ludim, Perkussionist aus Kabul, einen Workshop gegeben, in dem er das Cajon und die Rahmentrommel vorgestellt hat. „Rhythmus und Gesang sind die beiden Instrumente, die jeder in sich hat“, sagt Winkels, über den Herzschlag und die Stimme. Tanzen, klatschen und stampfen ist auch Percussion. Jetzt müssen sich die Menschen nur noch von seiner Begeisterung an­stecken lassen.

Zum Thema

bo59-percussion@t-online.de

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