Alkoholmissbrauch
Mehr „Koma-Säufer“ im Regierungsbezirk

Münsterland -

Während das Trinken bis zum Vollrausch in Westfalen-Lippe nicht mehr wirklich angesagt ist, sieht es im Regierungsbezirk Münster etwas anders aus. Das teilte die AOK Nordwest am Donnerstag mit.

Donnerstag, 13.07.2017, 17:07 Uhr

Die Zahl der Vollrauschtrinker stieg im vergangenen Jahr im Regierungsbezirk Münster an.
Die Zahl der Vollrauschtrinker stieg im vergangenen Jahr im Regierungsbezirk Münster an. Foto: DAK-Gesundheit/iStock

Mächtig ei­nen über den Durst trinken? Das nahmen vor allem Jugendliche vor einiger Zeit noch durchaus sportlich. ­Komasaufen hieß die Disziplin, und regelmäßig galt es neue Pegelmarken zu vermelden.

Trinken bis zum Vollrausch ist nicht mehr im Trend

Das Trinken bis zum Vollrausch ist in Westfalen-Lippe nicht mehr wirklich angesagt – jedenfalls stieg die Zahl derjenigen, die trinken, bis der Arzt kommt, nach Angaben der AOK Nordwest im vergangenen Jahr nicht weiter an.

Anders sieht es im Regierungsbezirk Münster aus. Da stieg die Zahl der Vollrauschtrinker. Nach Angaben der Krankenkasse wurden hier 2016 insgesamt 164 junge Menschen wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus eingeliefert.

Das sind fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr (157). Angesichts einer hohen Dunkelziffer sprach der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann von einer „alarmierenden Entwicklung“. Die Zahlen sind laut Krankenkasse repräsentativ.

Auffällig ist, dass laut Studie besonders Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren betroffen sind. „Hier stieg ist Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen exzessiven Alkoholkonsums 2016 im Vergleich zu 2015 um 15 Prozent.

Mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus

Etwas anders sieht es in Westfalen-Lippe allgemein aus. Hier kamen im vergangenen Jahr 868 junge Menschen mit einer Alkohol­vergiftung ins Krankenhaus, das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres (867).

Auffällig: die rückläufige Tendenz bei den 18- und 19-Jährigen. Hier ging die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser im Vergleich von 2016 zu 2015 um mehr als 13 Prozent zurück.

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