Verteidigungsunion
EU-Einsätze fürs I. Deutsch-Niederländische Korps?

Münster -

Die Pläne für den Aufbau einer europäischen Verteidigungsunion kommen voran. Das sagte der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, am Sonntag beim I. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster.

Montag, 11.09.2017, 08:09 Uhr

Michiel van der Laan übernahm 2016 in Münster das Kommando über das I. Deutsch-Niederländische Korps.
Michiel van der Laan übernahm 2016 in Münster das Kommando über das I. Deutsch-Niederländische Korps. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach Angaben Tajanis soll bis Ende 2017 ein neues System für eine ständige strukturierte Zusammenarbeit (PESCO) in der Sicherheitspolitik starten können. Fast alle EU-Mitgliedsstaaten werden sich beteiligen, was nach Ansicht des Parlamentspräsidenten ein „Quantensprung“ in der gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik sei.

Der münsterländische Europaabgeordnete Markus Pieper ( CDU ), der den Besuch vermittelt hatte, sagte, dass die Europäische Union ihr Schicksal zunehmend selbst in die Hand nehmen müsse. Mit Trump und Erdogan habe man zwei wichtige Nato-Partner, die zunehmend eigene Interessen verfolgten. Deshalb müsse die EU auch eine „eigenständige Schlagkraft“ entwickeln, was jedoch immer ergänzend zur Nato und nicht gegen sie erfolgen müsse. Das Korps, dessen Arbeit Tajani als „Friedensmission zur Verteidigung unserer Werte“ würdigte, könnte gemäß europäischer Verträge Einsätze im Auftrag der EU übernehmen.

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