Shuttle-Bus in Tecklenburg-Ledde umgekippt
Ursache für tödlichen Pendelbus-Unfall wird gesucht

Tecklenburg -

(Aktualisiert 9:30 Uhr; Mit Statement der Polizei im Video-Interview) Nach dem schweren Busunfall mit einer Toten und 21 Verletzten in Tecklenburg beginnen am Montag die Ermittlungen zur Unfallursache.

Montag, 18.09.2017, 09:30 Uhr

Schwerer Busunfall in Osnabrück. Foto: Keblat
Bei einem Busunfall auf der Osnabrückerstraße in Tecklenburg-Ledde kam eine Frau ums Leben, 21 Fahrgäste wurden verletzt. Foto: Jens Keblat

Während viele hundert Menschen bereits erwartungsvoll auf der Freilichtbühne saßen, kam es am Sonntagvormittag zwischen Ledde und Tecklenburg zu einem tragischen Verkehrsunfall. Ein Shuttle-Bus, der 77 weitere Besucher zu dem Festgottesdienst bringen sollte, verunglückte. Er kam kurz hinter dem Kreisverkehr auf der Osnabrücker Straße in einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite.

Ein Fahrgast, eine 61-jährige Frau aus Osnabrück, verstarb am Unfallort. 21 Personen wurden verletzt.

Die Unfallursache steht noch nicht fest. Am Vormittag würden die Spezialisten ihre Arbeit aufnehmen, sagte ein Polizeisprecher. Unter anderem werde das digitale Kontrollgerät des Pendelbusses ausgelesen.

Der Bus wurde am Nachmittag geborgen und von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Hinweise auf technische Mängel sind nach Polizeiangaben zunächst nicht gefunden worden.

Radfahrer als Ersthelfer

Am Steuer saß eine 53 Jahre alte Busfahrerin. Sie blieb unverletzt, konnte aber noch nicht zum Unfallhergang befragt werden, wie die Polizei am Montagvormittag mitteilte. Unter den Verletzten - die meisten zwischen 50 und 60 Jahre alt - befinden sich Polizeiangaben zufolge auch Kinder und Jugendliche.

Bitte der Polizei

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass sich eine Vielzahl von Businsassen noch nicht bei der Polizei gemeldet haben. Diese Personen werden gebeten, sich bei der Polizei in Ibbenbüren, Telefon 05451/591-4315, zu melden.

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Zwei Fahrradfahrer versuchten als Ersthelfer sofort, die Opfer aus dem Bus zu befreien, berichtete Uwe Völkel (Kirchenkreis Münster). Die ersten Notrufe gingen um 10.41 Uhr ein, berichtet die Polizei.

Busunfall in Tecklenburg-Ledde

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Sieben Notärzte vor Ort

„Wir sind alle tief erschüttert“, sagte Landrat Dr. Klaus Effing am Nachmittag in einer Pressekonferenz. Es sei ein schreckliches Ereignis, das das Fest der Freiheit auf der Bühne überschatte, zeigte sich auch Bürgermeister Stefan Streit sehr betroffen. Beide sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus und wünschten den Verletzten eine schnelle Genesung.

Es war ein Großaufgebot der Rettungskräfte, die nur wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort waren.  Wegen der Feierlichkeiten der Evangelischen Kirchenkreise Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg zu dem Jubiläum „500 Jahre Reformation“ waren viele Aktive von Feuerwehr, DRK und THW vor Ort in Tecklenburg und konnten sofort ausrücken. Die Veranstaltung war der Anlass für zweijährige Planungen gewesen. „Wir waren auf verschiedene Szenarien vorbereitet“, erläuterte der Landrat. Nach der Alarmierung sei eine Hilfskette in Bewegung gesetzt worden, viele Räder hätten ineinander gegriffen, fügte Dr. Martin Sommer, allgemeiner Vertreter des Landrates.

Betroffen von dem Unfall zeigte sich auch der leitende Notarzt, Dr. Ludger Reekers. Von den 77 Personen im Bus seien 21 in Krankenhäuser gebracht worden. Sieben Notärzte waren im Einsatz. Die unverletzt Gebliebenen wurden nach Tecklenburg gebracht, wo in der Hauptschule ein Betreuungszentrum eingerichtet worden war. 17 Notfallseelsorger kümmerten sich um die Menschen, so Reekers. In der Stadtverwaltung wurde sofort eine Hotline für Personenauskünfte eingerichtet.

Hotline

Unter der Nummer 05482 703931 und -32 können sich Angehörige informieren.

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Lob für die Einsatzkräfte

Insgesamt seien 190 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, berichtete Udo Kreimeier von der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg. Er hatte als Einsatzleiter alles koordiniert, während Wehrführer Wieland Fortmeyer vor Ort die Einsatzleitung übernommen hatte.

Ein großes Lob gab es von allen Seiten für die Einsatzkräfte. Es sei alles sehr professionell gelaufen, so Dr. Sommer. Das über Monate erarbeitete Sicherheitskonzept habe es ermöglicht, dass die Einsatzkräfte so schnell vor Ort waren, fügte Stefan Streit hinzu und lobte das Verhalten der drei Kirchenkreise als Veranstalter des Reformationsfestes, die aus Pietätsgründen sofort das für den Nachmittag geplante Kabarett auf der Bühne abgesagt hätten.

Busunfall in Tecklenburg-Ledde

„Wir sind sehr, sehr traurig“, sprach Superintendent André Ost für die Kirchenkreise. Kurz vor Beginn des Gottesdienstes sei er mit der Nachricht eines Unfalls konfrontiert worden und später mit der schrecklichen Wahrheit. Er sprach den Hinterbliebenen und den Opfern sein Beileid aus und gedachte auch derer, die unverletzt geblieben seien, aber Schaden an der Seele genommen hätten. „Wir können das fröhliche Fest so nicht mehr weiterfeiern“, begründete er die Absage des Kabaretts.

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