Unfall auf der B 54
Feuerwehrfahrzeuge brauchen länger als eine Stunde

Altenberge -

(Aktualisiert) Ein Alleinunfall auf der Bundesstraße 54, ein auf der Seite liegender Transporter und eine fehlende Rettungsgasse, die sämtliche Einsatzkräfte zu Fußgängern werden lässt: auf der B 54 haben sich am Montagabend (23. Oktober) schockierende Szenen abgespielt.

Montag, 23.10.2017, 21:10 Uhr

Als der Transporter umkippte, wurde der Fahrer leicht verletzt.
Als der Transporter umkippte, wurde der Fahrer leicht verletzt. Foto: Jens Keblat

Es ist 18.37 Uhr am frühen Montagabend, als Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und auch das Rote Kreuz zu einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 54 alarmiert werden. Aus Altenberge, Steinfurt und Greven machen sich die Hilfskräfte auf den Weg. Doch auf der vielbefahrenen B 54 geht schon kurz hinter Altenberge nichts mehr: 40-Tonnen-Lastwagen stehen nicht nur auf dem rechten, sondern auch auf dem linken Fahrstreifen. Für die großen Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr gibt es bereits nach wenigen Metern im Stau kein Durchkommen mehr, mit Blaulicht stehen sie inmitten der Blechlawine und können nur zuschauen, wie wertvolle Zeit verstreicht.

Transporter liegt auf der Seite

Ein ganzes Stück weiter in Fahrtrichtung Münster-Nienberge in Höhe Waltrup der eigentliche Unfall: ein Transporter vom Typ VW T6 liegt auf der Seite. Dahinter steht bereits ein Abschleppwagen mit unübersehbarem Warnlicht. Doch der ist nicht wegen des Unfalls da, sondern stand schon zuvor dort.

Wie in einem Actionfilm

Der Fahrer des Abschleppwagens hatte eine in einer Nothaltebucht liegengebliebene Mercedes S-Klasse abschleppen wollen. In dem Moment, als er den Haken gerade an der Luxuskarosse befestigt habe, sagt der Fachmann, sei der laut Feuerwehrangaben mit Medikamenten beladene Transporter regelrecht angeflogen, sei auf das abgesenkte Plateau aufgefahren und wie in einem Actionfilm auf die Seite katapultiert worden.

Einsatzkräfte eilen zu Fuß zur Hilfe

Doch dem verletzten Fahrer können die Einsatzkräfte nicht zur Hilfe eilen. Zu Fuß eilen Feuerwehrleute in voller Montur los, ein Rettungswagen, ein Fahrzeug des Roten Kreuzes und ein Streifenwagen kämpfen sich dennoch durch den Rückstau, vorbei an nebeneinander und auf beiden Fahrstreifen stehenden Lastwagen – ein Negativbeispiel von einer Rettungsgasse, wie man es zwar von Autobahnen, nicht aber von einer Bundesstraße kennt.

Kein Durchkommen für Rettungskräfte

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Nach exakt 64 Minuten erreichen die Feuerwehrfahrzeuge schließlich die Unfallstelle, der Rettungswagen war zwar nach 26 Minuten dort angekommen, aber inzwischen ist der verletzte Unfallverursacher mit einem anderen Rettungswagen, der den Verletzten im fließenden Verkehr auf der Gegenfahrbahn von Münster kommend aufnahm, in ein Krankenhaus gebracht worden.

Einsatzkräfte schockiert

Feuerwehrleute und Rettungskräfte können nichts mehr tun, die Polizei nimmt den Unfall auf und gibt die B 54 nach rund anderthalb Stunden wieder für den Verkehr frei, während sich die Einsatzkräfte schockiert und empört obschon der Situation zeigen. Die weiteren Ermittlungen dauern zur Stunde noch an.


In einer ersten Version des Textes haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass der Rettungswagen 64 Minuten gebraucht habe. Das stimmt nicht. Es waren die Feuerwehrfahrzeuge. Wir bitten die Verwechslung zu entschuldigen.

Gesetzesänderung: Härtere Strafen für Verkehrssünder

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  • Gesetzesänderung

    Autofahrer, die Rettungsgassen blockieren oder während der Fahrt mit dem Smartphone hantieren, müssen ab sofort mit deutlich höheren Strafen rechnen. Entsprechende Gesetzesänderungen sind am Donnerstag in Kraft getreten.

    Foto: dpa
  • Wer bei stockendem Verkehr auf der Autobahn keine Gasse für Rettungsfahrzeuge bildet, muss statt 20 Euro künftig mindestens 200 Euro zahlen - in schweren Fällen droht sogar eine Geldbuße von 320 Euro verbunden mit einem Monat Fahrverbot. Darüber hinaus drohen grundsätzlich 240 Euro Strafe, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg, wenn man einem Einsatzwagen mit Blaulicht und Martinshorn nicht sofort freie Bahn verschafft.

    Foto: Youtube
  • Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer werden ebenfalls härter bestraft: Statt 60 Euro werden nun 100 Euro fällig, dazu kommt unverändert ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Im Fall einer Sachbeschädigung drohen sogar 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot. Neben dem Telefonieren am Steuer ist künftig zudem die Nutzung sämtlicher Kommunikationsgeräte während der Fahrt ausdrücklich untersagt. Das Verbot gilt also auch für Laptops und Tablets.

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  • Radfahrer, die gegen das verschärfte Handy-Verbot verstoßen, müssen statt 25 Euro nun 55 Euro zahlen.

    Foto: Giphy
  • Darüber hinaus gilt ab sofort ein Verhüllungsverbot am Steuer. Während der Fahrt dürfen keine Schleier oder Masken mehr getragen werden, die wesentliche Teile des Gesichts verdecken. Dadurch soll der Fahrer bei automatisierten Verkehrskontrollen leichter identifizierbar sein. Wer sich nicht an die neue Regel hält, muss mit 60 Euro Strafe rechnen.

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