Umfrage: Kaufverhalten im Münsterland
Einzelhandel punktet mit Beratung

Münster -

Gute Nachrichten für den stationären Einzelhandel: Beratung und Qualität sind den Konsumenten beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken wichtiger als besondere Schnäppchenangebote oder die Bequemlichkeit, von zu Hause über das Internet bestellen zu können. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) Münster unter 720 Befragten hervor. Allerdings geben die Befragten aus dem Münsterland mit durchschnittlich 416 €  gleich 50 €  weniger für Weihnachtsgeschenke aus als im bundesweiten Vergleich.

Dienstag, 21.11.2017, 20:11 Uhr

Die Innenstadt von Münster ist im Advent stets gut gefüllt. Ähnlich sieht es im Dezember in vielen Großstädten aus.
Die Innenstadt von Münster ist im Advent stets gut gefüllt. Ähnlich sieht es im Dezember in vielen Großstädten aus. Foto: Gerharz

Thomas Schäfer sieht in den Umfrageergebnissen „ein gutes Signal für ein weiteres erfolgreiches Fortbestehen des stationären Einzelhandels“. Dieser Umstand sei jedoch bei der wachsenden Online-Konkurrenz nicht in Stein gemeißelt, mahnt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland. „Beratungsqualität und Preis müssen genauso passen wie die Lieferbarkeit der Produkte.“ Nur dann würden die Kunden den Mehrwert wahrnehmen, ist sich Schäfer sicher.

Er empfiehlt – trotz eines erwarteten Weihnachtsumsatzplus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr – dem Einzelhandel eine Ausweitung des Services: „Das reicht von liebevoller Schaufenstergestaltung, Sitzgelegenheiten und einem eigenen Online-Auftritt bis hin zu einem Einpack- und Aufbewahrungsservice. Auch die Etablierung eines Lieferdienstes wäre möglich, wenn sich einzelne Geschäfte zusammenschließen.“ Denn Kundenzufriedenheit steigert nachweislich die Chance auf eine Weiterempfehlung. Und 65 Prozent der von der FOM Befragten kaufen ihre Geschenke nach Empfehlungen von Freunden oder Bekannten.

Das im Münsterland beliebteste Geschenk gibt es allerdings gar nicht im klassischen Einzelhandel zu kaufen. 51 Prozent geben in der FOM-Umfrage an, Karten für eine kulturelle Veranstaltung wie Theater oder Konzerte verschenken zu wollen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Geschenkgutscheine (49 Prozent) und Bücher oder Schreibwaren (47 Prozent). Die bundesweit beliebten Elektrogeräte will im Münsterland nicht einmal jeder Dritte verschenken.

Während Männer gerne in der letzten Woche vor dem Weihnachtsfest ihre Weihnachtsgeschenke besorgen (39 Prozent), haben 79 Prozent der Frauen zu diesem Zeitpunkt längst alle Präsente zusammen. Der Geschenkwert hängt hingegen vom Einkommen ab. Die Studienergebnisse zeigen: Haushalte mit einem Nettoeinkommen von mehr als 5000 €  geben mit 710 €  mehr als dreimal so viel Geld aus wie Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1500 € .

Das schönste Geschenk ist allerdings kaum in Geld aufzuwiegen. Mehr als 70 Prozent der Befragten geben an, dass mehr frei gestaltbare Zeit ein schöneres Geschenk wäre als etwas Materielles.

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