Afrikanische Schweinepest
Sorge vor der Seuche

Nordwalde -

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher. Nachdem in der Region Warschau zwei Fälle bestätigt wurden, wächst in Deutschland die Sorge vor einem Ausbruch der Seuche. Als vorbeugende Maßnahme wird die Schonzeit für Schwarzwild ausgesetzt.

Dienstag, 09.01.2018, 20:01 Uhr

in Deutschland wächst die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Die Seuche rückt aus Osteuropa in den Westen vor. Für infizierte Schweine gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, weder Medikamente noch eine Impfung.
In Deutschland wächst die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Die Seuche rückt aus Osteuropa in Richtung Westen vor. Für infizierte Schweine gibt es keine Behandlungsmöglichkeit. Foto: dpa

Die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland wächst. Denn nachdem in der Region von Polens Hauptstadt Warschau das Virus bei zwei Wildschweinen festgestellt wurde, steht fest: Die Tierseuche rückt näher und die möglichen Folgen eines Ausbruchs in den Fokus.

Betroffen von der Afrikanischen Schweinepest sind Haus- und Wildschweine. Mittel zur Behandlung des Virus gibt es keine, weder Medikamente noch eine Impfung helfen. In 90 Prozent der Fälle endet die für Menschen ungefährliche Krankheit für die infizierten Schweine tödlich. Bricht die Tierseuche in Deutschland aus, ist mit schwerwiegenden Folgen für die Landwirtschaft zu rechnen.

„Das ist mit erheblichen Ertragseinbußen verbunden. Und damit mit Arbeitsplätzen, auch in vor- und nachgelagerten Bereichen“, sagt Matthias Kappelhoff , Geschäftsführer der Nordwalder Erzeugergemeinschaft „Hamporc Zucht und Mast“. Denn erreicht die Schweinepest Deutschland sei mit einem sofortigen Exportverbot und damit mit einem Preisverfall in Deutschland zu rechnen.

Kappelhoff: „Die Afrikanische Schweinepest hat eine Riesenbedeutung für die Landwirtschaft.“ Und das nicht erst seit heute. 2007 kam es zu Ausbrüchen der Krankheit in Georgien, Armenien, und Aserbaidschan. Seit 2014 die ersten Fälle von infizierten Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland gemeldet wurden, breitet sich die Tierseuche in Richtung Westen aus.

Die Übertragungswege

Anders als in den afrikanischen Ursprungsländern wird die Virus-Erkrankung laut dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit in Europa nicht von Lederzecken übertragen, sondern über den Kontakt mit infizierten Tieren über Sekrete oder Blut. Das ist aber nicht der einzig mögliche Übertragungsweg: Auch über Schweinefleischerzeugnisse, das Verfüttern von Speiseabfällen oder den Kontakt mit kontaminierter Kleidung kann die Krankheit weiter verbreitet werden.

Eingeschleppt werden könnte die Tierseuche auch über Transportfahrzeuge. Das Bundeslandwirtschaftsministerium verteilt Handzettel an Lkw-Fahrer aus osteuropäischen Ländern, die von der Tierseuche betroffen sind, mit der Bitte, keine Essensreste wegzuwerfen. Denn über die Reste von Wurstbroten kann der Erreger an Wildschweine weitergegeben werden.

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Taucht die Krankheit auf, bleibt keine andere Maßnahme übrig, als die Tötung ganzer Bestände. Damit es nicht so weit kommt, versuchen auch Hamporc Zucht und Mast als Vermarkter und die Schweinezüchter für das Thema zu sensibilisieren und Fürsorge im Sinne von Hygienemaßnahmen zu treffen.

Tätig werden auch die Jäger. Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium hat per Erlass die unteren Jagdbehörden gebeten, die Schonzeit für alles Schwarzwild bis Ende März 2021 auszusetzen. „Wir versuchen seit Jahren den Schwarzwildbeständen Herr zu werden, die immer größer werden“, sagt Guido Horstmann vom Nordwalder Hegering. In Borghorst, Altenberge und Emsdetten sind schon Wildschweine geschossen worden. „Das waren Junggesellentrupps“, erklärt Horstmann. Also Keiler, die in kleinen Gruppen oder als Einzelgänger unterwegs sind.

Ausgenommen von dem Erlass des Landwirtschaftsministeriums sind Bachen mit Frischlingen. Eine Selbstverständlichkeit für verantwortungsvolle Jäger, meint Guido Horstmann: „Es wird immer darauf geachtet, dass man eine Mutter nicht von den Kleinen wegschießt.“

Dass es den Wildschweinen nun vermehrt an den Kragen geht, in Mecklenburg-Vorpommern wurde sogar eine Abschussprämie für Wildschweine beschlossen, ruft auch Tierschützer auf den Plan. Sie kritisieren die Treibjagd. „Man darf nicht zu idealistisch an die Sache herangehen“, meint Horstmann und denkt an den Fall, dass sich die Seuche ausbreitet: „Wenn dann alle Schweine leiden müssen, ist das ja nicht im Sinne der Tierschützer.“

Das ist mit erheblichen Ertragseinbußen verbunden. Und damit mit Arbeitsplätzen, auch in vor- und nachgelagerten Bereichen.

Matthias Kappelhoff
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