Orkan "Friederike"
Bilanz: Schlimmste Schäden im Forst seit "Kyrill"

Münster -

Für Spaziergänger sind viele NRW-Wälder seit Orkan "Friederike" gesperrt. Es besteht Lebensgefahr. Drei Tage nach dem Sturm gibt es nun erste Schätzungen, wie viele Bäume der Wind umgeworfen hat.

Montag, 22.01.2018, 16:51 Uhr aktualisiert: 22.01.2018, 18:10 Uhr
Orkan "Friederike": Bilanz: Schlimmste Schäden im Forst seit "Kyrill"
Umgestürzte Bäume sorgten für die Einstellung des Zugverkehrs. Foto: Guido Kirchner

Der Sturm Friederike vergangenen Donnerstag hat in den NRW-Wäldern die schlimmsten Schäden seit dem Orkan "Kyrill" vor elf Jahren angerichtet.

Etwa eine Million Festmeter Holz umgeworfen

"Nach ersten unverbindlichen Schätzungen gehen wir davon aus, dass circa eine Million Festmeter Holz durch den Sturm in NRW umgeworfen wurden", sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz am Montag.

Das entspricht etwa einem Fünftel einer Jahresernte aus den NRW-Wäldern. "Kyrill" hatte vor elf Jahren knapp 16 Millionen Festmeter Holz umgeworfen.

Orkan "Friederike" in Münster

Acht Todesfälle

Bei "Friederike" starben mindestens acht Menschen, darunter zwei Feuerwehrleute. 2007 hatte "Kyrill" in Deutschland elf Menschen getötet.

Schadensschwerpunkt bei Paderborn und Höxter

Durch "Friederike" seien die Wälder jedoch regional stark unterschiedlich betroffen, hieß es. Ein Schadensschwerpunkt liegt bei Paderborn und Höxter.

Im Münsterland ist laut ersten Schätzungen rund ein Viertel der jährlich nutzbaren Holzmenge umgeworfen worden.

Orkantief Friederike in Münster

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  • Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

Lebensgefahr in Wäldern

In zahlreichen Wäldern haben die Forstämter absolute Betretungsverbote ausgesprochen. So hat etwa das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe die Wälder in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Gütersloh und der Stadt Bielefeld gesperrt.

Spaziergänger sollten sich unbedingt daran halten, weil Lebensgefahr bestehe.

Die meisten Sperrungen sind bis Ende Januar - ich gehe aber davon aus, dass danach noch nicht alle Sperrungen aufgehoben werden können.

Michael Blaschke

Gefährliche Aufräumarbeiten

Es hänge ganz wesentlich vom Wetter der nächsten Tage ab, wie schnell man mit den Aufräumarbeiten vorankomme.

Die Beseitigung der Sturmschäden sei für die Waldarbeiter extrem gefährlich.

Sägewerke warten auf Lieferungen

Nach dem Orkan komme es nun bei der Holzverarbeitung zu Verzögerungen - einige Sägewerke warteten dringend auf neue Lieferungen, erklärte Stefan Befeld von Wald und Holz am Montag.

Zufahrtswege für Lastwagen seien durch umgestürzte Bäume versperrt. Bereitgestellte Stämme könnten teils nicht abgeholt werden.

Möglicher Wertverlust durch Schimmel

Wenn Holz aus dem vergangenen Herbst und Winter länger liegen bleibe, könne es durch Verfärbung oder Schimmelbefall an Wert verlieren.

Wie hoch die Verluste am Ende sein werden, lasse sich erst am Ende des Jahres beurteilen.

Beseitigung von Sturmholz kann Monate dauern

Wegen der feuchten Witterung der vergangenen Monate seien viele Waldböden so vollgesogen mit Wasser, dass die Forstmaschinen nicht in alle Bereiche der Wälder kommen würden.

Laut Befeld kann es noch Monate dauern, bis das Sturmholz aus den Waldgebieten entfernt werden kann.

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