Willi-Hellermann-Museum
Neues Leben für die Präparate-Schau - 1500 Exponate werden ausgestellt

Ibbenbüren -

Im Willi-Hellermann-Museum am Stadtrand von Ibbenbüren gibt es 1500 präparierte Tiere. Was fehlt, ist etwas Leben. „Manchmal kommen an einem Sonntag nur vier Leute“, sagt Helmut Pietschmann von der Kreisjägerschaft. Doch jetzt haben einige Aktive neuen Schwung genommen und möchten den Schatz, den sie da horten, einem größeren Publikum vorstellen.

Mittwoch, 31.01.2018, 08:01 Uhr

So lebendig können tote Tiere aussehen: Zwei Wildkatzen mit einem Fasan – dargestellt im Willi-Hellermann-Museum nahe Ibbenbüren.Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben.
So lebendig können tote Tiere aussehen: Zwei Wildkatzen mit einem Fasan – dargestellt im Willi-Hellermann-Museum nahe Ibbenbüren.Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben. Foto: Gunnar A. Pier

Alles begann mit einer Elster. Der Vogel wurde Willi Hellermanns erstes Präparat. Das Hobby wurde für den Maschinenbauer aus Hagen am Teutoburger Wald zu einer wahren Leidenschaft. Er brachte sich das Präparieren selbst bei, verfeinerte die Technik, wurde immer besser. Anfangs übte er mit toten Tieren, die er am Straßenrand fand. Später knüpfte er Kontakte zu Tierparks, und so kam über die Jahre die beachtliche Sammlung zusammen mit heimischen Tieren wie Eichhörnchen, Wildschwein, Uhu und Katze – aber auch Exoten wie Papagei und Kranich.

Als Hellermann sein Hobby an den Nagel hängen wollte, fand er mit der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg einen dankbaren Abnehmer. Im Gebäude der ehemaligen Bauleitung auf der Nordseite des Ibbenbürener Kraftwerkskühlturms richteten die Ehrenamtlichen ein Museum ein. Seither öffnet das Willi-Hellermann-Museum an jedem ersten Sonntag im Monat für sechs Stunden die Türen.

Tierpräparate-Museum Willi Hellermann in Ibbenbüren

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine präparierte Mandarinente im Willy-Hellermann-Museum Ibbenbüren.

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  • Auch Exoten gibt es - wie den westafrikanischen (vorne) und ostafrikanischen Kronenkranich

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  • Rund 1500 Präparate sind in den Räumen zu sehen.

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  • Im Foyer begrüßt ein Wildschwein die Besucher.

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  • Uhu 

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  • Seehund

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  • Wildschwein-Bache mit Kitzen

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  • Steinkauz

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  • Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben.

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  • Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben.

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  • Murmeltier 

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  • Muffel-Widder

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  • Wasseramsel 

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  • Siebenschläfer 

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  • Ricke mit Kitz

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  • Dachs 

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  • Pennantsittich 

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  • Prachtrosella 

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  • Wespenbussard 

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  • Rothabicht mit Brieftaube

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  • Mäusebussard 

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  • Habicht mit Stockente

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  • Braminweihe 

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  • Zwei Moorenten

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  • Löffelente 

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  • Flamingo 

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  • Magelangans 

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  • Sumpfohreule 

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  • Kormoran 

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  • Kiebitzregenpfeifer 

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  • Wildschwein

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  • Damwild 

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  • Muffel 

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  • Gamsbock 

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  • Wildkatzen mit Fasan

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  • Eichhörnchen 

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  • Kohlmeise 

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  • Ins Gästebuch können sich die Besucher eintragen.

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  • Christiane Drieling und Helmut Pietschmann im Willy-Hellermann-Museum Ibbenbüren

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„Ausstopfen“ sagte man ja früher

„Die Faszination für das, was Willi Hellermann geleistet hat, wird klar, wenn man mal selber ein Tier präpariert hat“, sagt Christiane Drieling aus dem Museums-Team. Sie hat ein Seminar besucht – und drei Tage gebraucht, um einen Marder einigermaßen gut hinzubekommen. Vom echten Tier bleibt dabei kaum mehr als die äußere Hülle. Die muss so gefüllt und modelliert werden, dass die originalen Formen und Proportionen nachgebaut sind. „Ausstopfen“, sagte man ja deshalb früher. Willi Hellermann ist das 1500 Mal gelungen.

Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben.

Ehrenamtliche wie Helmut Pietschmann und Christiane Drieling wollen dem Museum neuen Schwung geben. Foto: Gunnar A. Pier

Neuer Schwung

Doch für allzu viel Leben im Museum sorgten die toten Tiere bislang nicht. Weil sie das schade finden, haben einige Mitglieder die Sache übernommen. Sie wollen das Museum bekannter machen – aber auch attraktiver. Dazu büffeln sie in Seminaren, wo sie sich zu Naturpädagogen weiterbilden lassen. Und sie investieren viel Zeit und Mühe, um die Ausstellung aufzufrischen.

Zu Besuch im Willi-Hellermann-Museum Ibbenbüren

1500 Exponate

Dabei können sie auf eine beeindruckende Basis aufbauen. Die präparierten Tiere werden sortiert nach Lebensräumen präsentiert. Möwen prangen über dem Seehund, die Wildschwein-Bache mit ihren Frischlingen steht nicht weit von Reh und Blaumeise, und farbenprächtige Papageien zieren eine leuchtend bunte Wand gleich nebenan. Viele Tiere sind inzwischen beschriftet.

Willi-Hellermann-Museum

Das Willi-Hellermann- Museum wurden 2012 von der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg auf der Nordseite des Ibbenbürener Kraftwerkskühlturms eingerichtet. Dort werden rund 1500 Tier-Präparate gezeigt.

► Adresse: Schwarzer Weg 25, 48479 Ibben­büren.

► Eintritt: Erwachsene drei Euro, Jugendliche ein Euro, Kinder frei.

► Geöffnet: Jeden ersten Sonntag im Monat, 11 bis 17 Uhr. Nächster Termin: 4. Februar. Diesmal gibt es Hirsch-, Reh- und Wildschweinburger, Wurst und Frikadellen. Kinder können Masken mit Taubenfedern basteln.

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„Alles, was mit Natur zu tun hat“

Aber gucken und staunen reicht nicht: „Kinder wollen was machen“, erklärt Helmut Pietschmann . Deshalb bereiten die angehenden Naturpädagogen eine Rallye vor, die die kleinen Besucher mit Aufgaben durch die Ausstellung schickt. An einer Fühlwand sollen sie die unterschiedlichen Felle ertasten können. Besucher bekommen auf Wunsch Führungen, und die Ehrenamtlichen denken an viele Aktionen: Falkner-Vorführungen, Fußabdrücke in Gips, Jagdhornbläser-Gastspiel und spannende Entdeckungswanderungen durch den Wald hinterm Haus. „Eben alles, was mit Natur zu tun hat“, sagt Pietschmann.

1500 Exponate sind im Museum zu sehen.

1500 Exponate sind im Museum zu sehen. Foto: Gunnar A. Pier

Dass sich Interesse wecken lässt, haben die Museums-Macher am ersten Januar-Sonntag gesehen. Da hatte der Nordwalder Hegering Dienst. Die Helfer stellten ein paar Sonderaktionen auf die Beine und trommelten in Nordwalde – es kamen mehr als 60 Besucher nach Ibbenbüren. Plötzlich war da richtig Leben zwischen den toten Tieren.

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