Neue Projekte von Bezirksregierung und Villa ten Hompel
Erinnern ohne Zeitzeugen

Münster -

Mit ihrer Rede vor dem Bundestag erregte die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch in dieser Woche bundesweit Aufsehen. 73 Jahre nach Ende der NS-Diktatur dürfte die Ansprache der 92-Jährigen einer der letzten Auftritte eines Zeitzeugen bei einer solchen Gedenkveranstaltung gewesen sein.

Freitag, 02.02.2018, 07:00 Uhr
Bezirksregierung und Villa ten Hompel starten das Projekt „Erinnerungspaten“.
Bezirksregierung und Villa ten Hompel starten das Projekt „Erinnerungspaten“. Foto: Matthias Ahlke

Doch wie können Schüler auch weiterhin aus der Geschichte von 1933 bis 1945 lernen, wenn es in einigen Jahren keine Zeitzeugen aus der Generation der Opfer mehr gibt? Die Bezirksregierung hat jetzt mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel zwei Projekte auf den Weg gebracht, die sicherstellen sollen, dass die Schrecken des Holocaust auch an künftige Generationen weitervermittelt werden.

Erinnerungspaten gehen an Schulen

Im Rahmen des Projekts „Erinnerungspaten – Erinnern über die Zukunft hinaus“ wird das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt oder gequält wurden, durch Personen weitervermittelt, die diese Zeitzeugen noch persönlich kannten. Schulen können diese Paten ganz gezielt einladen. So setzt sich Dr. Norbert Fasse aus dem Kreis Borgen mit dem Schicksal der Familie Gans auseinander, Peter Schilling berichtet über Marga Spiegel, Gerda Küper aus dem Kreis Coesfeld über Helga Becker-Leeser.

Handreichungen für Lehrer

In einem zweiten Projekt werden online elf Zeitzeugen-Interviews sowie Handreichungen für Lehrer zur Verfügung gestellt. In den Filmen, die im Unterricht eingesetzt werden können, kommen unter anderem die Holocaust-Überlebenden Walter Steinweg aus Horstmar und Harry Hess aus Coesfeld zu Wort. Schirmherrin der Projekte ist Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Sie betont, dass die Projekte dazu beitragen, die Erinnerung lebendig zu halten, „damit solche Verbrechen an Menschen nie wieder geschehen können“.

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