Verbandsversammlung
Abmahnung für Eurobahn erwartet

Münsterland -

Für die Eurobahn ist heute der Tag der Tage. Nach massiven Problemen im Teutoburger-Wald-Netz und heftiger Kritik von Kunden muss sich die Geschäftsführung ihren Auftraggebern stellen. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat am Mittag zu einer außerordentlichen Verbandsversammlung geladen. Nach Informationen unserer Zeitung soll die Deutschland-Tochter des französischen Keolis-Konzerns dann offiziell abgemahnt werden. 

Dienstag, 06.02.2018, 21:02 Uhr

Verbandsversammlung: Abmahnung für Eurobahn erwartet
Foto: Gunnar Pier

Erwartet wird darüber hinaus, dass die Mitglieder der Verbandsversammlung der Unternehmensspitze gehörig die Leviten lesen. Wie Eurobahn-Sprecherin Danica Dorawa am Dienstag mitteilte, wollen sich Geschäftsführer Thomas Görtzen und Keolis-Deutschland-Chefin Magali Euverte der Kritik stellen.

Politiker laufen Sturm

Im Dezember hatte das Unternehmen das Teutoburger-Wald-Netz übernommen. Dazu gehört auch die RB 65 (Münster - Rheine) und die RB 66 (Münster - Osnabrück) RB 61 (Bielefeld - Hengelo über Rheine und Ibbenbüren). Zur Überraschung aller gab es in den ersten Wochen kaum Probleme. Dann wendete sich das Blatt: Verspätungen, überfüllte Züge, Ausfälle und keinerlei Fahrgastinformation. Kunden beschwerten sich, Politiker liefen Sturm, beim NWL, der ja die Musik bestellt, rauften sich die Verantwortlichen die Haare.

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Genug ist genug. Das hörte man nun allerorten. Das Fass zum Überlaufen brachte die Nachricht, dass der RB 61-Grenzübertritt in die Niederlande nicht funktionierte. Die neuen Züge kamen wider Erwarten und entgegen aller Ankündigungen mit den unterschiedlichen Stromsystemen nicht klar. Die Eurobahn stellte zur Jahreswende den Zugverkehr ein und setzte bis heute auf Busse.

Eurobahn geht in die Offensive

Am Tag vor der Verbandsversammlung ging die Eurobahn via Mitteilung in die Offensive. „Wir sind uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst und tun alles in unserer Macht Stehende, um den Betrieb schnellstmöglich störungsfrei zu gewährleisten“, erklärte Euverte am Dienstag. Die Eurobahn kündigte an, dass die RB 61 ab dem 26. Februar nach Hengelo fahren werden.

Verantwortlich für die Verspätungen und Zugausfälle im übrigen Teutoburger-Wald-Netz sei vor allem eine „unvorhergesehene Verzögerung“ beim Abschluss von drei Lokführer-Ausbildungskursen gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter. Dadurch hätten sich Zugausfälle nicht vermeiden lassen. Die fehlenden Triebwagenführer seien „im Zulauf“. Ab dem 26. Februar sei der Personalbestand im Netz stabil. Darüber hinaus erklärte das Unternehmen, das die vielfach als schlecht kritisierte Fahrgastinformation sowie das Beschwerdemanagement verbessern zu wollen.

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